Dorfabend

Gerrit Engelke

1921

Fenster schließen, glimmern stille, Häuslein rücken Dach an Dach Himmel stehen feiernd stille, Mond wird Silberfrucht und wach. Müder Leib schläft in der Stille, Herz schlägt alle Stunden nach, Lebt für sich durch Schlaf und Stille – Wohin denn? wozu? aus wessen Wille? Lautlos, langsam fallen Wand und Dach.

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Interpretation

Das Gedicht "Dorfabend" von Gerrit Engelke beschreibt die Ruhe und Stille eines Dorfes am Abend. Die Fenster schließen sich, die Häuser rücken dicht zusammen, und der Himmel steht still. Der Mond wird als Silberfrucht beschrieben, die wach ist. Der müde Körper schläft in der Stille, während das Herz weiter schlägt und für sich selbst lebt. Es stellt sich die Frage, wohin das Leben führt und aus welchem Willen heraus es existiert. Am Ende fallen die Wände und das Dach lautlos und langsam zusammen. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung und thematisiert die Vergänglichkeit des Lebens. Die Beschreibung der stillen Nacht und der schlafenden Körper vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Einsamkeit. Die Frage nach dem Sinn des Lebens und dem Willen, der dahintersteckt, lässt den Leser über die Bedeutung des Daseins nachdenken. Die abschließende Zeile, in der die Wände und das Dach fallen, symbolisiert möglicherweise den Verfall und das Ende aller Dinge. Insgesamt ist "Dorfabend" ein Gedicht, das die Stille und Ruhe des Dorflebens einfängt und gleichzeitig existenzielle Fragen aufwirft. Es regt zum Nachdenken über die Vergänglichkeit des Lebens und die Suche nach dem Sinn an. Die Sprache ist poetisch und eindringlich, und die Bilder, die verwendet werden, schaffen eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Schlüsselwörter

stille dach fenster schließen glimmern häuslein rücken himmel

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Fenster schließen, glimmern stille, Häuslein rücken Dach an Dach
Assonanz
Lautlos, langsam fallen Wand und Dach
Bildsprache
Müder Leib schläft in der Stille, Herz schlägt alle Stunden nach
Metapher
Mond wird Silberfrucht und wach
Personifikation
Himmel stehen feiernd stille
Rhetorische Frage
Wohin denn? wozu? aus wessen Wille?