Don Quichote kämpft mit Gott

Maria Luise Weissmann

1932

Da Du mich segnen sollst, was frommt Dir dies, Daß Deine Hand, Gewaltger, mich verstieß, Daß Deine Kraft, Gesegneter, mich ließ, Daß mich Dein Atem, Zürnender, verbließ?

Nun lieg ich irgendwo. Und ich bin nicht mehr Als Staub im Staube, unerkennbar, sehr Gering. Und schweift Dein großes Auge her Auf meine Stätte, trübt sichs wolkig leer.

Ich aber laß Dich nicht. Da Du verneint Mir ändern Kampf, sieh, Reiner, her: ich bot Dich auf, in Pfützen spiegelnd, kämpfe, Feind

O Einziger mit Dir: Du würgst mich wenn Der Staub mich würgt. In jede ärmste Not Reiß ich Dich Gott: Du segnetest mich denn.

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Illustration zu Don Quichote kämpft mit Gott

Interpretation

Das Gedicht "Don Quichote kämpft mit Gott" von Maria Luise Weissmann ist eine tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Gott. Es beginnt mit einer Anklage an Gott, der den Sprecher verstoßen und verlassen hat. Der Sprecher fragt sich, warum Gott ihn segnen sollte, obwohl er ihn so behandelt hat. Dies zeigt eine tiefe Enttäuschung und einen Bruch im Verhältnis zwischen Mensch und Gott. Im zweiten Teil des Gedichts beschreibt der Sprecher seine jetzige Situation. Er liegt irgendwo im Staub, unerkennbar und sehr gering. Er ist zu nichts mehr geworden und wenn Gottes Auge auf seine Stätte schweift, trübt sich das Auge wolkig leer. Dies zeigt die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit des Sprechers, der sich von Gott verlassen fühlt. Im letzten Teil des Gedichts beschließt der Sprecher, Gott nicht loszulassen. Er fordert Gott auf, sich ihm zu stellen und mit ihm zu kämpfen. Er will Gott in die ärmste Not reißen und ihn zwingen, ihn zu segnen. Dies zeigt den unbeugsamen Willen des Sprechers, der sich nicht damit abfinden will, von Gott verlassen zu werden. Er will Gott zwingen, sich seiner anzunehmen und ihn zu segnen, auch wenn er dazu in die tiefste Not gehen muss.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Da Du mich segnen sollst, was frommt Dir dies, Daß Deine Hand, Gewaltger, mich verstieß, Daß Deine Kraft, Gesegneter, mich ließ, Daß mich Dein Atem, Zürnender, verbließ?
Apostrophe
Ich aber laß Dich nicht. Da Du verneint Mir ändern Kampf, sieh, Reiner, her: ich bot Dich auf, in Pfützen spiegelnd, kämpfe, Feind
Hyperbel
In jede ärmste Not Reiß ich Dich Gott: Du segnetest mich denn.
Metapher
Nun lieg ich irgendwo. Und ich bin nicht mehr Als Staub im Staube, unerkennbar, sehr Gering.
Personifikation
Und schweift Dein großes Auge her Auf meine Stätte, trübt sichs wolkig leer.