Diese schönen Gliedermassen

Heinrich Heine

unknown

Diese schönen Gliedermassen Kolossaler Weiblichkeit Sind jetzt, ohne Widerstreit, Meinen Wünschen überlassen.

Wär ich, leidenschaftentzügelt, Eigenkräftig ihr genaht, Ich bereute solche Tat! Ja, sie hätte mich geprügelt.

Welcher Busen, Hals und Kehle! (Höher seh ich nicht genau.) Eh ich ihr mich anvertrau, Gott empfehl ich meine Seele.

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Interpretation

Das Gedicht "Diese schönen Gliedermassen" von Heinrich Heine beschreibt die Bewunderung des lyrischen Ichs für die üppige Weiblichkeit einer Frau. Die "kolossale Weiblichkeit" wird als etwas Faszinierendes und Begehrliches dargestellt, das dem Sprecher nun "ohne Widerstreit" und damit ohne Gegenwehr zur Verfügung steht. Im zweiten Teil des Gedichts reflektiert der Sprecher über die möglichen Konsequenzen, wenn er seiner Leidenschaft nachgeben und sich der Frau "eigenkräftig" nähern würde. Er befürchtet, dass er eine solche Tat bereuen und von der Frau sogar "geprügelt" werden könnte. Dies deutet auf eine gewisse Furcht vor der überwältigenden Kraft und Dominanz der Frau hin. Im letzten Teil des Gedichts wird die Bewunderung des Sprechers für die Frau noch deutlicher. Er preist ihren "Busen, Hals und Kehle" in fast andächtigen Tönen. Der Sprecher scheint von der Schönheit der Frau so überwältigt zu sein, dass er sich nicht weiter hinauf traut zu blicken. Bevor er sich der Frau "anvertraut", empfiehlt er seine Seele Gott - ein Ausdruck seiner Ehrfurcht und vielleicht auch seiner Angst vor der übermächtigen Anziehungskraft der Frau.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
Welcher Busen, Hals und Kehle! (Höher seh ich nicht genau.)
Hyperbel
Kolossaler Weiblichkeit
Ironie
Ja, sie hätte mich geprügelt
Metapher
Diese schönen Gliedermassen
Personifikation
Meinen Wünschen überlassen
Vorausdeutung
Eh ich ihr mich anvertrau, Gott empfehl ich meine Seele
Übertreibung
Kolossaler Weiblichkeit