1.
Wir sind Herren von Rom, wir dringen sogar ins Geheimste,
Und ihr Heiligthum schließt selber die Ehfrau uns auf.
2.
Wir sind die Herrn, wir haben den Schlüssel zu Himmel und Erde,
Keine Schatulle, der er, wenn sie nur voll ist, nicht paßt.
1.
Wir sind Herren von Rom, wir dringen sogar ins Geheimste,
Und ihr Heiligthum schließt selber die Ehfrau uns auf.
2.
Wir sind die Herrn, wir haben den Schlüssel zu Himmel und Erde,
Keine Schatulle, der er, wenn sie nur voll ist, nicht paßt.

Das Gedicht „Die – – – –“ von Wilhelm Friedrich Waiblinger ist eine kurze, aber kraftvolle Aussage über Macht, Korruption und den Verfall moralischer Werte. Es zeichnet sich durch seine direkte Sprache und die Verwendung von Metaphern aus, um eine düstere Realität zu enthüllen. Die beiden Strophen, die das Gedicht bilden, bilden eine düstere Aussage über die Machthaber und ihre unethischen Praktiken.
Die erste Strophe proklamiert die Allmacht der „Herren von Rom“. Der Dichter nutzt hier die direkte Anrede „Wir“, um die Hörer in die Perspektive der Mächtigen zu versetzen, die sich nicht nur in die Öffentlichkeit wagen, sondern sogar in die intimsten Bereiche eindringen können. Der Hinweis auf „Geheimste“ und die „Ehfrau“, die „uns aufschließt“, impliziert einen Machtmissbrauch, der bis zur Ausbeutung der Intimität und der Zerstörung moralischer Grenzen reicht. Die Aussage ist selbstbewusst und prahlerisch, was die Überzeugung der Machthaber von ihrer Unantastbarkeit widerspiegelt.
Die zweite Strophe verstärkt diese Darstellung durch die Verwendung von Metaphern. Die „Herrn“ besitzen den „Schlüssel zu Himmel und Erde“, was die Vorstellung von absoluter Kontrolle über alle Bereiche des Lebens verdeutlicht. Die Erwähnung der „Schatulle“ und die Tatsache, dass der Schlüssel zu ihr passt, „wenn sie nur voll ist“, legt den Fokus auf Geld und materiellen Reichtum als Triebkraft und Werkzeug der Macht. Hier wird deutlich, dass die Herrschaft auf Korruption und Bestechung basiert. Der Dichter prangert somit die käufliche Natur der Welt und die moralische Verdorbenheit der Machthaber an.
Waiblingers Gedicht zeichnet sich durch eine klare, prägnante Sprache aus, die die erschreckende Wahrheit direkt ausspricht. Es ist ein düsteres Spiegelbild einer Gesellschaft, in der Machtmissbrauch und Korruption vorherrschen. Die anonyme Natur des Titels („Die – – – –“) könnte darauf hindeuten, dass diese Zustände universell und nicht auf einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Zeit beschränkt sind. Der Dichter entlarvt die Arroganz und die moralische Leere der Machthaber und konfrontiert den Leser mit einer beunruhigenden Realität.
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Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.