Die zwey Frösche

Friedrich Haug

1807

Ein Frosch im Teiche sprach zum Andern: »– Und ob wir bis zum Pole wandern, Nein! so melodisch und voll Seele, Wie Du, singt keine Philomele!« – Lusttrunken rief das Fröschlein aus: »Wem aber dank′ ich den Applaus? Brekex! Nur deinem Unterricht. So klingt die Menschenflöte nicht. Ich fühl′ in meinem – Deinen Werth. Du bist allein schon ein Concert; Die ganze Teich-Akademie Bewundert deine Melodie.« –

Nicht anders loben lächerlich Zwey Thoren in Journalen sich.

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Illustration zu Die zwey Frösche

Interpretation

Das Gedicht "Die zwey Frösche" von Friedrich Haug handelt von zwei Fröschen, die sich gegenseitig in überzogener Weise loben. Der eine Frosch preist die Stimme des anderen als melodischer und seelenvoller als die der Philomele, einer mythischen Figur, die für ihre schöne Stimme bekannt ist. Das andere Fröschlein revanchiert sich mit noch übertriebeneren Komplimenten und behauptet, dass nur der Unterricht des ersten Frosches ihn zu einem so großartigen Sänger gemacht habe. Es beschreibt den ersten Frosch als ein Konzert für sich und behauptet, dass die ganze "Teich-Akademie" seine Melodie bewundere. Die Interpretation dieses Gedichts ist, dass es sich um eine satirische Darstellung von zwei Narren handelt, die sich gegenseitig in überzogener Weise loben. Die Frösche symbolisieren zwei Personen, die sich in einem Wettbewerb um Anerkennung und Lob befinden. Die übertriebenen Komplimente und die Selbstüberschätzung der Frösche sollen die Lächerlichkeit und Absurdität solcher Verhaltensweisen aufzeigen. Die abschließende Zeile "Nicht anders loben lächerlich / Zwey Thoren in Journalen sich" verdeutlicht den satirischen Charakter des Gedichts. Hier wird deutlich, dass Haug die Frösche als Allegorie für zwei Narren verwendet, die sich in Zeitungen oder Zeitschriften gegenseitig überhöhte Lobpreisungen zukommen lassen. Das Gedicht kritisiert somit die Praxis der Selbstbeweihräucherung und des überzogenen Lobes in der Gesellschaft.

Schlüsselwörter

frosch teiche sprach andern pole wandern melodisch voll

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Stilmittel

Hyperbel
Du bist allein schon ein Concert;
Ironie
So klingt die Menschenflöte nicht.
Metapher
»– Und ob wir bis zum Pole wandern,
Personifikation
Ein Frosch im Teiche sprach zum Andern
Symbolik
Die ganze Teich-Akademie
Vergleich
Nein! so melodisch und voll Seele,