Die zehnte Muse

Johann Gottfried von Herder

1879

Hohe Lehrerin, Noth, und treffliche Schülerin, Armuth, Zehnte Muse der Welt, o Du erfandest so viel. Nicht nur schärfetest Du den Witz der Pflegebefohlnen; Noch eine schönere Kunst, Mäßigung, lehrtest Du sie. Und die Mäßigung ward ihr Gewohnheit, Gewohnheit zur Freude; Freude machte sie dann über den Reichesten reich.

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Interpretation

Das Gedicht "Die zehnte Muse" von Johann Gottfried von Herder thematisiert die Tugenden der Armut und der Mäßigung als Lehrerin und Schülerin. Die Armut wird als "zehnte Muse der Welt" bezeichnet, die zahlreiche Erfindungen und Weisheiten hervorgebracht hat. Sie schärft den Verstand ihrer Anhänger und lehrt sie die Kunst der Mäßigung, die zur Gewohnheit und schließlich zur Freude wird. Die Armut macht ihre Anhänger reicher als diejenigen, die über materiellen Reichtum verfügen. Das Gedicht preist die Armut als Quelle der Inspiration und des Wissens. Die Armut wird als "Lehrerin" und "Schülerin" bezeichnet, was ihre doppelte Rolle als Vermittlerin und Lernende verdeutlicht. Sie schärft den Witz und die Intelligenz ihrer Anhänger und lehrt sie die Kunst der Mäßigung. Die Mäßigung wird als "schönere Kunst" bezeichnet, die zur Gewohnheit und schließlich zur Freude wird. Die Armut macht ihre Anhänger reicher als diejenigen, die über materiellen Reichtum verfügen. Das Gedicht betont die positiven Aspekte der Armut und der Mäßigung. Es wird darauf hingewiesen, dass die Armut viele Erfindungen und Weisheiten hervorgebracht hat und dass die Mäßigung eine "schönere Kunst" ist als der materielle Reichtum. Die Armut macht ihre Anhänger reicher als diejenigen, die über materiellen Reichtum verfügen. Das Gedicht ermutigt dazu, die Tugenden der Armut und der Mäßigung zu schätzen und zu praktizieren, da sie zu einer erfüllteren und glücklicheren Lebensweise führen können.

Schlüsselwörter

mäßigung gewohnheit freude hohe lehrerin noth treffliche schülerin

Wortwolke

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Stilmittel

Anapher
Hohe Lehrerin, Noth, und treffliche Schülerin, Armuth
Hyperbel
Zehnte Muse der Welt
Klimax
Und die Mäßigung ward ihr Gewohnheit, Gewohnheit zur Freude; Freude machte sie dann über den Reichesten reich
Parallelismus
Nicht nur schärfetest Du den Witz der Pflegebefohlnen; Noch eine schönere Kunst, Mäßigung, lehrtest Du sie
Personifikation
Hohe Lehrerin, Noth, und treffliche Schülerin, Armuth