Die Worte in den Wind
1815Es findet manches gute Wort Wohl nicht die gute Statt, Doch glaube Keiner, daß er dann Umsonst gesprochen hat.
Die Worte, die in′s Menschenherz Nicht aufgenommen sind, Man nennt sie wohl mit Fug und Recht Nur Worte in den Wind.
Doch sind sie nicht verloren, nein, Es trägt der Wind sie fort, Auf seinen Flügeln schweben sie Gar leicht von Ort zu Ort.
Sie suchen dann in Nord und Süd, Und auf und niederwärts, Den Weg in eines Menschen Ohr, In eines Menschen Herz.
Wenn beide offen und bereit, Und wenn wir einsam sind, Dann finden sie die rechte Statt, Die Worte in den Wind.
Und so vernehmen wir denn oft, Was uns kein Mund gesagt, So führt uns zu des Windes Hauch, Wonach wir lang′ gefragt.
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Interpretation
Das Gedicht "Die Worte in den Wind" von Auguste Kurs thematisiert die Bedeutung und den Wert von Worten, die nicht sofort aufgenommen oder geschätzt werden. Es betont, dass selbst Worte, die nicht auf fruchtbaren Boden fallen, nicht umsonst gesprochen wurden. Der Dichter vergleicht solche Worte mit Worten, die in den Wind gesprochen werden, und suggeriert, dass sie nicht verloren sind, sondern vom Wind getragen und an andere Orte weitergegeben werden. Das Gedicht beschreibt, wie diese Worte auf der Suche nach einem offenen und bereitwilligen Herzen und Ohr sind. Sie reisen durch die Welt, von Norden nach Süden und von oben nach unten, bis sie jemanden finden, der bereit ist, sie aufzunehmen. Dies unterstreicht die Idee, dass Worte eine eigene Existenz und Bestimmung haben, unabhängig davon, ob sie sofort verstanden oder geschätzt werden. Schließlich vermittelt das Gedicht eine Botschaft der Hoffnung und des Trostes. Es suggeriert, dass wir oft Worte hören, die uns niemand direkt gesagt hat, und dass wir Antworten auf unsere Fragen durch den Hauch des Windes finden können. Dies impliziert, dass die Wirkung von Worten manchmal verzögert eintritt und dass sie uns auf unerwartete Weise erreichen können, wenn wir bereit sind, sie zu empfangen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Auf seinen Flügeln schweben sie Gar leicht von Ort zu Ort
- Kontrast
- Es findet manches gute Wort Wohl nicht die gute Statt
- Metapher
- Die Worte in den Wind
- Parallelismus
- In eines Menschen Ohr, In eines Menschen Herz
- Personifikation
- Es trägt der Wind sie fort