Die Wirtschafterin

Klabund

unknown

Drei Wochen hinter Pfingsten, Da traf ich einen Mann, Der nahm mich ohne den geringsten Einwand als Wirtschafterin an.

Ich hab′ ihm die Suppe versalzen Und auch die Sommerzeit, Er nannte mich süße Puppe Und strich mir ums Unterkleid.

Ich hab′ ihm silberne Löffel gestohlen Und auch Bargeld nebenbei. Ich heizte ihm statt mit Kohlen Mit leeren Versprechungen ein.

Ich habe ihn angeschissen So kurz wie lang, so hoch wie breit. Er hat mich hinausgeschmissen; Es war eine wundervolle Zeit…

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Illustration zu Die Wirtschafterin

Interpretation

Das Gedicht "Die Wirtschafterin" von Klabund ist eine satirische Darstellung einer unkonventionellen Beziehung zwischen einer Dienstbotin und ihrem Arbeitgeber. Die Erzählerin, die als Wirtschafterin angestellt wurde, beschreibt ihre Taten und die Reaktionen des Mannes auf humorvolle Weise. Die Überschreitung von Grenzen und das spielerische Ausnutzen der Situation sind zentrale Themen. Die Erzählerin schildert, wie sie die Suppe versalzen und die Sommerzeit gestohlen hat, was als Metapher für ihr unkonventionelles Verhalten stehen könnte. Der Mann reagiert darauf mit Zärtlichkeiten, indem er sie "süße Puppe" nennt und ihr unter das Kleid streicht. Diese Szene deutet auf eine Art von perversem Rollenspiel oder eine ungewöhnliche Dynamik zwischen den beiden hin. Die Erzählerin gesteht, silberne Löffel und Bargeld gestohlen zu haben, was auf ihre kriminellen Neigungen hindeutet. Anstatt sie zu bestrafen, heizt der Mann ihr "mit leeren Versprechungen ein", was auf eine Art von psychologischer Manipulation oder eine schiefe Beziehungsdynamik hindeuten könnte. Die Erzählerin beschreibt, wie sie den Mann "angeschissen" hat, was als Metapher für ihre Dominanz oder Kontrolle über ihn stehen könnte. Am Ende des Gedichts wird die Erzählerin vom Mann hinausgeworfen, aber sie betrachtet diese Zeit als "wundervoll". Dies deutet darauf hin, dass die Erzählerin die unkonventionelle Beziehung genossen hat und möglicherweise eine gewisse Befriedigung aus dem Ausnutzen und Manipulieren des Mannes gezogen hat. Das Gedicht endet mit einer ironischen Note, die die Absurdität der Situation unterstreicht.

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Die Wirtschafterin
Bildsprache
Ich heizte ihm statt mit Kohlen Mit leeren Versprechungen ein
Kontrast
Es war eine wundervolle Zeit
Metapher
Ich habe ihn angeschissen So kurz wie lang, so hoch wie breit
Personifikation
Er nannte mich süße Puppe
Wiederholung
So kurz wie lang, so hoch wie breit