Die wilde Rose

Louise Franziska Aston

1814

Da droben auf einsamer Höhe Die wilde Rose blüht, Und wer sie von Ferne gesehen, In heißer Sehnsucht erglüht.

Zu ihr über Felsen und Klüfte Ein kühner Jäger klimmt. Schon ist er in nächster Nähe - Das Auge in Thränen ihm schwimmt.

Er will sie erfassen und pflücken. Da strauchelt jäh sein Fuß; Des Abgrunds finstere Tiefe Empfängt ihn mit kaltem Kuß.

Da droben auf einsamer Höhe Die wilde Rose blüht, Und wer sie von Ferne gesehen. In heißer Sehnsucht erglüht. -

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Illustration zu Die wilde Rose

Interpretation

Das Gedicht "Die wilde Rose" von Louise Franziska Aston handelt von der unerfüllbaren Sehnsucht nach etwas Schönem und Begehrtem, das unerreichbar scheint. Die wilde Rose auf der einsamen Höhe symbolisiert ein Ideal oder einen Traum, dem der Mensch vergeblich nachjagt. Ein kühner Jäger versucht, die Rose zu erreichen und zu pflücken, was seine Anstrengungen und seinen Ehrgeiz symbolisiert. Doch als er ihr schon nah ist, übermannt ihn die Emotion, und er stürzt in den Abgrund. Dies steht für die Gefahr, die in der unbedingten Verfolgung eines Ideals oder Traums lauert, und die möglichen Konsequenzen, wenn man die Realität aus den Augen verliert. Das Gedicht endet mit der Wiederholung des ersten Verses, was die ewige und unerfüllbare Natur der Sehnsucht unterstreicht. Die wilde Rose blüht weiterhin auf der einsamen Höhe, und wer sie von Ferne sieht, gerät in heiße Sehnsucht. Dies deutet darauf hin, dass die Sehnsucht und das Streben nach dem Unerreichbaren ein ewiger Bestandteil der menschlichen Existenz sind.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
heißer Sehnsucht erglüht
Metapher
Die wilde Rose blüht
Personifikation
Des Abgrunds finstere Tiefe / Empfängt ihn mit kaltem Kuß
Symbolik
Die wilde Rose als Symbol für ein unerreichbares Ziel
Wiederholung
Da droben auf einsamer Höhe / Die wilde Rose blüht