Die verborgenen Güter

Hanns von Gumppenberg

1866

Daß die Zeit im Traum sich dehnt, Daß ein tatenvolles Leben In Minuten sich begeben, Wie es Märchenlust ersehnt:

Muß es uns in unserm Wahn Nicht an falsche Maße mahnen, Die wir setzen unsern Bahnen, Armer Tagsicht untertan?

O viel reicher ist das Sein, Als die karge Sonne kündet - Tausend Welten unergründet, Ewigkeiten schließt es ein.

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Interpretation

Das Gedicht "Die verborgenen Güter" von Hanns von Gumppenberg thematisiert die subjektive Wahrnehmung von Zeit und die Begrenztheit des wachen Bewusstseins. Der erste Abschnitt verdeutlicht, wie sich die Zeit im Traum ausdehnen kann, sodass ein erfülltes Leben in nur wenigen Minuten erlebt werden kann. Dies wird als eine Art Warnung verstanden, die uns vor den falschen Maßstäben bewahren soll, die wir im Alltag setzen. Der zweite Abschnitt reflektiert über die Armut des wachen Bewusstseins, das den Reichtum des Seins nicht vollständig erfassen kann. Die "karge Sonne" wird als Symbol für die begrenzte Wahrnehmung des Tageslichts und des rationalen Denkens verwendet. Im Gegensatz dazu stehen die "tausend Welten unergründet" und "Ewigkeiten", die auf die unendlichen Möglichkeiten und die Tiefe des Seins hinweisen, die jenseits des rationalen Verständnisses liegen. Das Gedicht lädt dazu ein, die Grenzen des wachen Bewusstseins zu erkennen und die verborgenen Schätze des Seins zu entdecken. Es ermutigt dazu, über die scheinbaren Grenzen hinauszublicken und die Fülle des Lebens in all seinen Facetten zu erkennen. Die Botschaft des Gedichts ist eine Einladung, die Welt mit offenen Augen und einem offenen Herzen zu betrachten und die Schönheit und den Reichtum des Seins zu schätzen.

Schlüsselwörter

zeit traum dehnt tatenvolles leben minuten begeben märchenlust

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Stilmittel

Alliteration
Märchenlust ersehnt
Hyperbel
Ewigkeiten schließt es ein
Metapher
Als die karge Sonne kündet
Personifikation
Daß ein tatenvolles Leben In Minuten sich begeben
Rhetorische Frage
Muß es uns in unserm Wahn Nicht an falsche Maße mahnen