Die trinkende Doris

Heinrich Christian Boie

1806

Wenn Doris trinkt, steht Bachus tief entzückt, Als wenn zu seinem Ruhm es wäre. Doch Amor, der indess bescheiden nieder blickt, Hat ganz allein davon die Ehre: Denn wenn sie trinkt, Macht sie der Wein so schön, daß der beseelte Zecher Vielmehr aus seinem Becher Als ihren Augen sich betrinkt.

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Interpretation

Das Gedicht "Die trinkende Doris" von Heinrich Christian Boie beschreibt die betörende Wirkung des Weins auf eine Frau namens Doris. Während der Gott Bacchus sich über ihr Trinken zu freuen scheint, als wäre es zu seinen Ehren, ist es in Wirklichkeit der Liebesgott Amor, der davon profitiert. Der Wein macht Doris so schön, dass die Männer, die sie betrachten, sich mehr von ihrem Becher als von ihren Augen betrinken. Das Gedicht spielt mit den Gegensätzen von Bacchus und Amor, dem Gott des Weins und dem Gott der Liebe. Während Bacchus im Hintergrund steht und sich über das Trinken freut, ist es Amor, der im Verborgenen die wahre Macht hat. Der Wein verwandelt Doris in eine unwiderstehliche Schönheit, die die Männer in ihren Bann zieht und sie dazu bringt, sich mehr von ihrem Anblick als vom eigentlichen Wein berauschen zu lassen. Boie verwendet geschickt die Metapher des Trinkens, um die überwältigende Anziehungskraft zu beschreiben, die Doris auf die Männer ausübt. Der Wein dient als Katalysator, der ihre natürliche Schönheit verstärkt und die Männer in einen Zustand der Verzückung versetzt. Am Ende des Gedichts wird deutlich, dass es nicht der Wein selbst ist, der die Männer betrunken macht, sondern die unwiderstehliche Schönheit von Doris, die durch den Wein erst richtig zum Vorschein kommt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
Die trinkende Doris
Metapher
sich betrinkt
Personifikation
steht Bachus tief entzückt
Vergleich
So schön, daß der beseelte Zecher