Die Trennung
1939Als wir uns trennten, fingst du an zu weinen. Du süßes Mädchen! Tränen und Geleit … Ich schwenkte aus dem Zuge langsam meinen Strohhut nach dir, die blieb, in rotem Kleid.
Es wird schon dunkel. Dörfer, Wälder, Reise … Schmerzlich und klanglos ging die Zeit vorbei. Liebte ich dich? Du warst mir einerlei. Beim Kaffeetrinken weinte ich noch leise.
Viel Stunden kann noch unser Leben währen Mit Krampf, Musike, mancher Einsamkeit. Meist aber füllen einen die Miseren Und Späße aus, und so vergeht die Zeit.
Grau ist der Abend in der Eisenbahn. Ich gehe nach dem Speisewagen, essen, Ich habe Angst: wir werden uns vergessen, Erblindet, eh wir je uns wiedersahn.
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Interpretation
Das Gedicht "Die Trennung" von Ernst Blass beschreibt die flüchtige und oberflächliche Natur einer kurzen Begegnung. Die Erzählung beginnt mit einem Abschied, bei dem das Mädchen weint, während der Erzähler gleichgültig bleibt und nur eine formelle Geste macht. Die Zeit vergeht schmerzlich und klanglos, und der Erzähler gesteht, dass er das Mädchen nie wirklich geliebt hat. Die folgenden Stunden des Lebens sind geprägt von Krampf, Musik und Einsamkeit, aber meistens von alltäglichen Sorgen und Späßen, die die Zeit füllen. Am Ende des Gedichts sitzt der Erzähler in einem Zug, isst im Speisewagen und fürchtet, dass sie sich vergessen und erblindet sein werden, bevor sie sich jemals wiedersehen. Die Stimmung ist melancholisch und resigniert, und das Gedicht vermittelt die Vergänglichkeit menschlicher Beziehungen und die Gleichgültigkeit, die oft im Alltag herrscht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Grau ist der Abend in der Eisenbahn
- Ironie
- Beim Kaffeetrinken weinte ich noch leise
- Kontrast
- Liebte ich dich? Du warst mir einerlei
- Metapher
- Ich schwenkte aus dem Zuge langsam meinen Strohhut nach dir
- Vorahnung
- Ich habe Angst: wir werden uns vergessen