Die stolze Fliege

Justus Friedrich Wilhelm Zachariae

1850

Mach′ dich mit leerem Stolz nicht breit, Man lacht nur deiner Eitelkeit.

Vier Pferde zogen einen Wagen, Und ließen in dem schnellen Jagen Gar einen großen Staub zurück. Es schwang sich in dem Augenblick Auch eine Fliege mit hinauf, Und rufte bei des Wagens Lauf: Ihr guten Leute, gebt doch Acht, Den großen Staub hab′ ich gemacht!

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Illustration zu Die stolze Fliege

Interpretation

Das Gedicht "Die stolze Fliege" von Justus Friedrich Wilhelm Zachariae erzählt die Geschichte einer Fliege, die sich in ihrer Selbstüberschätzung lächerlich macht. Die Fliege beobachtet einen von vier Pferden gezogenen Wagen, der auf einer schnellen Fahrt eine große Staubwolke aufwirbelt. In einem Moment der Selbstüberschätzung schwingt sich die Fliege mit dem Wagen mit und ruft den Leuten zu, dass sie den Staub verursacht hat. Die Fliege ist so sehr von ihrer eigenen Wichtigkeit überzeugt, dass sie glaubt, ihre Anwesenheit hätte den Staub verursacht. Die Botschaft des Gedichts ist klar: Man sollte sich nicht mit leerem Stolz breit machen, da man sonst nur zur Zielscheibe des Spottes wird. Die Fliege symbolisiert hier eine Person, die sich über ihre eigenen Fähigkeiten und ihren Einfluss hinaus wichtig nimmt. Ihre Selbstüberschätzung führt dazu, dass sie die Realität verzerrt wahrnimmt und sich lächerlich macht. Die anderen Menschen, die die Fliege als "gute Leute" anspricht, stehen für das Umfeld, das die Selbstüberschätzung der Fliege durchschaut und über sie lacht. Die Pointe des Gedichts liegt in der Ironie der Situation. Die Fliege glaubt tatsächlich, sie hätte den Staub verursacht, obwohl sie in Wirklichkeit nur ein winziges, unbedeutendes Wesen ist, das zufällig mit dem Wagen mitgeflogen ist. Die Fliege ist sich ihrer Bedeutungslosigkeit nicht bewusst und übernimmt die Verantwortung für etwas, das sie nicht beeinflussen kann. Das Gedicht zeigt, wie gefährlich Selbstüberschätzung sein kann und wie wichtig es ist, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen.

Schlüsselwörter

großen staub mach leerem stolz breit lacht eitelkeit

Wortwolke

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Stilmittel

Ironie
Und rufte bei des Wagens Lauf: Ihr guten Leute, gebt doch Acht, Den großen Staub hab′ ich gemacht!
Metapher
Mach′ dich mit leerem Stolz nicht breit
Personifikation
Vier Pferde zogen einen Wagen
Übertreibung
Den großen Staub hab′ ich gemacht!