Die stolze Fliege
Mach′ dich mit leerem Stolz nicht breit,
Man lacht nur deiner Eitelkeit.
Vier Pferde zogen einen Wagen,
Und ließen in dem schnellen Jagen
Gar einen großen Staub zurück.
Es schwang sich in dem Augenblick
Auch eine Fliege mit hinauf,
Und rufte bei des Wagens Lauf:
Ihr guten Leute, gebt doch Acht,
Den großen Staub hab′ ich gemacht!
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Kurze Interpretation des Gedichts
Das Gedicht „Die stolze Fliege“ von Justus Friedrich Wilhelm Zachariae ist eine pointierte Satire auf menschliche Eitelkeit und Prahlerei. Es ist ein kleines, humorvolles Gedicht, das in einer einfachen, eingängigen Sprache eine klare Botschaft vermittelt. Die Struktur ist geradlinig: Zuerst wird ein allgemeiner Ratschlag gegeben, gefolgt von einer anschaulichen Geschichte, die diesen Ratschlag illustriert.
Die Geschichte selbst ist schnell erzählt und leicht verständlich. Ein Wagen, gezogen von vier Pferden, wirbelt Staub auf. Eine Fliege, die zufällig in der Nähe ist, sieht ihre Chance und behauptet, sie habe den Staub verursacht. Diese Übertreibung ist der Kern des Witzes und der eigentlichen Kritik an der Eitelkeit. Die Fliege repräsentiert hier den Menschen, der sich für etwas lobt, das er nicht geleistet hat oder für das er keinerlei Anteil hat.
Die Wahl der Fliege als Protagonistin ist besonders wirkungsvoll. Sie ist klein und unbedeutend, was den Kontrast zu ihrer übertriebenen Selbstdarstellung verstärkt. Durch diese Gegenüberstellung wird die Lächerlichkeit der Fliege und somit der menschlichen Eitelkeit deutlich hervorgehoben. Die Einfachheit der Sprache, die Verwendung von Reimen und die Kürze des Gedichts tragen dazu bei, dass die Botschaft leicht aufgenommen und verinnerlicht werden kann.
Die abschließende Zeile „Ihr guten Leute, gebt doch Acht, / Den großen Staub hab′ ich gemacht!“ ist der Höhepunkt des Gedichts. Sie unterstreicht die Absurdität der Fliege und dient als Warnung vor der eigenen Eitelkeit. Das Gedicht mahnt den Leser, sich seiner eigenen Größe und Leistung bewusst zu sein und sich nicht für Dinge zu rühmen, die man nicht selbst bewirkt hat. Die leichte, humorvolle Art der Darstellung macht die Kritik umso wirkungsvoller und sorgt dafür, dass die Botschaft im Gedächtnis bleibt.
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Lizenz und Verwendung
Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.