Die Stärke des Weins
1753Wein ist stärker als das Wasser: Dies gestehn auch seine Hasser. Wasser reißt wohl Eichen um, Und hat Häuser umgerissen: Und ihr wundert euch darum, Daß der Wein mich umgerissen?
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Interpretation
Das Gedicht "Die Stärke des Weins" von Gotthold Ephraim Lessing thematisiert die überwältigende Kraft und den Einfluss des Weins auf den Menschen. In den ersten beiden Zeilen wird festgestellt, dass selbst diejenigen, die den Wein nicht mögen, zugeben müssen, dass er stärker ist als Wasser. Dies legt den Grundstein für die folgende Metapher, in der die physische Stärke des Wassers mit der psychischen Wirkung des Weins kontrastiert wird. In den nächsten Zeilen beschreibt Lessing die zerstörerische Kraft des Wassers, das Eichen umreißt und Häuser zerstört. Diese Bilder vermitteln die gewaltige Naturkraft des Wassers. Doch im letzten Vers stellt sich die Frage, warum man sich wundert, dass der Wein den Sprecher umgeworfen hat, obwohl man die zerstörerische Kraft des Wassers kennt. Hier wird die metaphorische Stärke des Weins mit der physischen Stärke des Wassers verglichen. Das Gedicht verdeutlicht, dass der Wein, obwohl er keine sichtbare Zerstörungskraft wie Wasser besitzt, eine noch größere Macht über den Menschen ausübt. Es verweist auf die Fähigkeit des Weins, die Kontrolle über den eigenen Willen zu übernehmen und den Menschen in einen Zustand der Betrunkenheit zu versetzen. Lessing nutzt diese Metapher, um die subtile, aber dennoch überwältigende Stärke des Weins zu betonen und die Leser zum Nachdenken über die wahre Natur der Macht anzuregen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Gegensatz
- Wein ist stärker als das Wasser: Dies gestehn auch seine Hasser.
- Hyperbel
- Wasser reißt wohl Eichen um, Und hat Häuser umgerissen
- Ironie
- Und ihr wundert euch darum, Daß der Wein mich umgerissen?
- Metapher
- Wein ist stärker als das Wasser