Die Stadt
1866Soll ihr Bestes dir erzählen Eine alte deutsche Stadt, Darfst du nicht den Tag dir wählen Im Gewühl der Krämerseelen, Mußt tiefnachts hinein dich stehlen, Wann ihr Himmel Vollmond hat.
Dann aus wirrendem Getriebe Löst sich klar ihr Dauerbild, Das, ob Zeit auf Zeit verstiebe, Immer stolz und ruhig bliebe - Deutlich wird die Kraft der Liebe, Die sie hob aus dem Gefild.
Tüchtig-ernstes Menschenringen Redet dann aus jedem Bau, Not und herrliches Bezwingen! Und die grauen Brunnen singen All das siegende Gelingen Feierlich im Silberblau.
Lausche, wie aus ihrem Munde Alles tönt so hell und reich - Fühl’ die Würde jeder Stunde, Fühl’ dich eins dem großen Bunde! Und auch deines Lebens Wunde Wird sich schließen zaubergleich.
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Interpretation
Das Gedicht "Die Stadt" von Hanns von Gumppenberg vermittelt die Idee, dass man eine alte deutsche Stadt am besten in der Stille der Nacht bei Vollmond erlebt. Die Hektik und das Gewühl des Tages verdecken das wahre Wesen der Stadt, das sich erst in der Ruhe der Nacht offenbart. Die Stadt wird als ein Ort dargestellt, der trotz der Zeitläufte stolz und ruhig bleibt, geprägt von der Kraft der Liebe und dem Fleiß ihrer Bewohner. In der zweiten Strophe wird die Stadt als ein Ort des "tüchtig-ernsten Menschenringens" beschrieben, in dem Not und herrliches Bezwingen zu sehen sind. Die Brunnen singen feierlich im Silberblau und verkünden den siegreichen Erfolg der Stadt. Die Stadt wird als ein Ort der Würde und des Zusammenhalts dargestellt, der den Besucher in seinen Bann zieht und sogar die Wunden des Lebens zu heilen vermag. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine romantische und nostalgische Stimmung, die die Schönheit und den Zauber einer alten deutschen Stadt in der Nacht einfängt. Es lädt den Leser ein, die Stadt in ihrer ganzen Pracht und Tiefe zu erleben und sich von ihrer Magie verzaubern zu lassen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Tüchtig-ernstes Menschenringen Redet dann aus jedem Bau
- Hyperbel
- Die, ob Zeit auf Zeit verstiebe, Immer stolz und ruhig bliebe
- Metapher
- Fühl' dich eins dem großen Bunde
- Personifikation
- Und auch deines Lebens Wunde Wird sich schließen zaubergleich
- Symbolik
- Wann ihr Himmel Vollmond hat