Die Stadt lebt

Gerrit Engelke

1918

Um die Großstadt sinkt die Welt in Schlaf. Felder gilben, Wälder ächzen überall. Wie Blätter fallen draußen alle Tage, Vom Zeitwind weggeweht.

Die Stadt weiß nichts vom bunten Aufschrei der Natur, Vom letzten aufgepeitschten Blätterwirbel, Die Stadt hört nicht von Berg und Stoppelflur Den trauergroßen, herben Schlafgesang.

Ob Ebene und Wald in welkes Sterben fallen, Ob draußen tost Vergänglichkeit, Im Stadtberg brüllen Straßen, Hämmer hallen: Die Lärmstadt dampft in Unrast ohne Zeit.

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Interpretation

Das Gedicht "Die Stadt lebt" von Gerrit Engelke beschreibt den Kontrast zwischen der Großstadt und der umgebenden Natur. Während die Natur in den Herbst hineinschläft und sich in einen "trauergroßen, herben Schlafgesang" begibt, bleibt die Stadt davon unberührt. Die Stadt ist ein Ort der Unruhe und des Lärms, der von der Vergänglichkeit und dem Sterben der Natur nichts mitbekommt. Die Großstadt wird als ein Ort dargestellt, der von der Natur abgeschottet ist. Sie "weiß nichts vom bunten Aufschrei der Natur" und "hört nicht von Berg und Stoppelflur" den Schlafgesang der Natur. Die Stadt ist ein Ort der "Unrast ohne Zeit", der von der Vergänglichkeit und dem Sterben der Natur unberührt bleibt. Die Stadt ist ein Ort der "Lärmstadt", der von den "Straßen" und den "Hämmer[n]" beherrscht wird. Das Gedicht endet mit einem starken Kontrast zwischen der Stadt und der Natur. Während die Natur "in welkes Sterben" fällt und "Vergänglichkeit" herrscht, brüllt die Stadt weiterhin mit ihren "Straßen" und "Hämmer[n]". Die Stadt ist ein Ort der "Unrast ohne Zeit", der von der Vergänglichkeit und dem Sterben der Natur unberührt bleibt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Kontrast
Ob Ebene und Wald in welkes Sterben fallen, Ob draußen tost Vergänglichkeit, Im Stadtberg brüllen Straßen, Hämmer hallen: Die Lärmstadt dampft in Unrast ohne Zeit
Metapher
Lärmstadt dampft in Unrast ohne Zeit
Personifikation
Um die Großstadt sinkt die Welt in Schlaf