Die Stadt

Theodor Storm

1852

Am grauen Strand, am grauen Meer, Und seitab liegt die Stadt; Der Nebel drückt die Dächer schwer, Und durch die Stille braust das Meer Eintönig um die Stadt.

Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai Kein Vogel ohne Unterlaß; Die Wandergans mit hartem Schrei Nur fliegt in Herbstnacht vorbei, Am Strande weht das Gras.

Doch hängt mein ganzes Herz an dir, Du graue Stadt am Meer; Der Jugend Zauber für und für Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir, Du graue Stadt am Meer.

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Illustration zu Die Stadt

Interpretation

Das Gedicht "Die Stadt" von Theodor Storm schildert eine melancholische Szenerie an einem grauen Strand und Meer, an dessen Rand eine Stadt liegt. Die Stimmung ist bedrückt durch Nebel und das monotone Brausen des Meeres. Es herrscht eine tiefe Stille, die nur vom harten Schrei einer Wandergans durchbrochen wird, die im Herbst vorbeifliegt. Die Natur wirkt leblos, es rauscht kein Wald und im Mai singt kein Vogel ohne Unterlass. Trotz dieser düsteren und leblosen Atmosphäre hängt das Herz des lyrischen Ichs ganz an dieser grauen Stadt am Meer. Die Jugend und ihr Zauber ruhen lächelnd auf der Stadt, was auf eine nostalgische und liebevolle Verbundenheit hindeutet. Die Stadt, obwohl grau und von Nebel umgeben, ist ein Ort voller Erinnerungen und emotionaler Bedeutung für den Sprecher. Die Wiederholung des Satzes "Du graue Stadt am Meer" am Ende jeder Strophe unterstreicht die tiefe Verbundenheit und die emotionale Bedeutung, die die Stadt für das lyrische Ich hat. Die Stadt ist nicht nur ein physischer Ort, sondern ein Symbol für die Jugend und die damit verbundenen Erinnerungen und Gefühle.

Schlüsselwörter

meer stadt grauen kein graue strand seitab liegt

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Stilmittel

Alliteration
Am grauen Strand, am grauen Meer
Kontrast
Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai / Kein Vogel ohne Unterlaß
Metapher
Der Jugend Zauber
Personifikation
Der Nebel drückt die Dächer schwer
Wiederholung
Du graue Stadt am Meer