Die Sphinx
1903Die alten Egypter verehrten die Sphinx, Die Sphinx - das Rätsel des Lebens - Das Rätsel des Menschen - das Rätsel der Welt - Die Lösung sucht man vergebens.
Der Grieche, graziöser die Psyche er schuf, Die Psyche - das Sinnbild der Seele - In Marmor grub er die Schönheit hinein, Dass Jeder sie sehe und wähle. -
Doch unsre Zeit dem äußern Schein - Dem Schatten der Wahrheit ergeben - Verkündet und lehrt das moralische Nichts, Kein Sinnbild wird sie erheben! -
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Interpretation
Das Gedicht "Die Sphinx" von Friederike Kempner handelt von der Verehrung der Sphinx in der ägyptischen Kultur und der griechischen Psyche als Symbolen für das Rätsel des Lebens und der Seele. Die Sphinx wird als ein Rätsel betrachtet, dessen Lösung man vergeblich sucht, während die Griechen mit der Psyche ein graziöseres Sinnbild der Seele schufen, das jeder sehen und wählen kann. Die Psyche wird in Marmor gemeißelt, um die Schönheit der Seele darzustellen. Im letzten Abschnitt des Gedichts kritisiert die Autorin die moderne Zeit, die dem äußeren Schein verfallen ist und sich dem Schatten der Wahrheit hingegeben hat. Sie beklagt, dass die moralische Leere dieser Zeit kein Sinnbild erheben wird, das die Menschen inspirieren und erheben könnte. Das Gedicht vermittelt eine Sehnsucht nach tieferen, spirituellen Symbolen, die in der modernen Welt verloren gegangen zu sein scheinen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Die Psyche - das Sinnbild der Seele
- Anapher
- Die Sphinx - das Rätsel des Lebens - / Das Rätsel des Menschen - das Rätsel der Welt
- Kontrast
- Doch unsre Zeit dem äußern Schein - / Dem Schatten der Wahrheit ergeben
- Metapher
- Die Psyche - das Sinnbild der Seele
- Personifikation
- Die Sphinx - das Rätsel des Lebens
- Wiederholung
- Das Rätsel des Menschen - das Rätsel der Welt