Die Spange

Stefan George

1884

Ich wollte sie aus kühlem eisen Und wie ein glatter fester streif - Doch war im schacht auf allen gleisen So kein metall zum gusse reif.

Nun aber soll sie also sein : Wie eine grosse fremde dolde Geformt aus feuerrotem golde Und reichem blitzendem gestein.

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Illustration zu Die Spange

Interpretation

Das Gedicht "Die Spange" von Stefan George beschreibt die Entstehung eines Schmuckstücks, das ursprünglich aus kühlem Eisen geplant war. Die erste Strophe deutet an, dass der Dichter die Spange als glatten, festen Streifen aus Eisen vor Augen hatte, doch das Material war nicht geeignet für die Verarbeitung. In der zweiten Strophe wird das Endergebnis präsentiert: Die Spange ist zu einem prachtvollen Stück geworden, geformt aus feuerrotem Gold und reichlich funkelndem Edelstein. Die Metapher der "grossen fremden Dolde" verleiht der Spange eine exotische, fast mystische Qualität. Das Gedicht kann als Allegorie auf den kreativen Prozess verstanden werden, bei dem das ursprüngliche Konzept durch die Auseinandersetzung mit dem Material zu einem unerwarteten, aber gelungenen Ergebnis führt. Die Spange symbolisiert somit das fertige Kunstwerk, das in seiner finalen Form die ursprüngliche Vorstellung übertrifft.

Schlüsselwörter

wollte kühlem eisen glatter fester streif schacht allen

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Stilmittel

Bildsprache
Wie eine grosse fremde dolde / Geformt aus feuerrotem golde / Und reichem blitzendem gestein
Kontrast
Ich wollte sie aus kühlem eisen / Doch war im schacht auf allen gleisen / So kein metall zum gusse reif
Metapher
Ich wollte sie aus kühlem eisen / Und wie ein glatter fester streif
Symbolik
kühlem eisen / feuerrotem golde / reichem blitzendem gestein