Die Sorgen auf dem Throne

Adolf Glaßbrenner

1844

Espartero! Espartero! Wärst aus Spanien nicht verbannt du, Gerne hättest du genommen Seinen Scepter in die Hand du!

Isabella! Isabella! Vormundschaft ist unerträglich! Selbst das Regiment zu führen, Sehnt dein Herze sich unsäglich.

Ach Christine! Ach Christine! Wär’n nicht die verdammten Cortes, Du regiertest; Espartero’n Thätest grade du zum Tort es.

Ach Don Carlos! O Don Carlos! Wie viel Thränen sind vergossen! Um den Purpur dir zu färben, Wie viel Blut hast du vergossen!

Ludwig Philipp! Ludwig Philipp! Gerne sagtest du dem Sohne: Geh’, hilf Isabellen tragen, Als ihr Gatte, Spaniens Krone!

So viel Sorgen auf dem Throne, Und doch um ihn so viel Sorgen! Gott im Himmel soll’s vergelten! Rothschild hier, der soll euch borgen!

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Illustration zu Die Sorgen auf dem Throne

Interpretation

Das Gedicht "Die Sorgen auf dem Throne" von Adolf Glaßbrenner zeichnet ein lebendiges Bild der politischen Turbulenzen und persönlichen Sorgen, die die Herrscher Spaniens im 19. Jahrhundert belasteten. Durch die Anrufung verschiedener historischer Figuren wie Espartero, Isabella, Christine, Don Carlos und Ludwig Philipp stellt der Dichter die komplexe Dynamik der Macht und die damit verbundenen Herausforderungen dar. Das Gedicht beginnt mit der Klage Esparteros, der aus Spanien verbannt wurde und sich nach der Macht sehnt, die er nicht ausüben kann. Isabella, die Regentin, sehnt sich danach, selbst zu regieren, anstatt unter Vormundschaft zu stehen. Christine, ihre Mutter, bedauert die Einschränkungen durch die Cortes, die ihr die Ausübung der Macht verwehren. Don Carlos wird als blutiger Eroberer dargestellt, der unzählige Tränen und Blutvergießen in Kauf nimmt, um den Purpur zu erlangen. Ludwig Philipp wird als Vater gezeigt, der seinen Sohn gerne als Gatten Isabellas und damit als spanischen König sehen würde. Die abschließenden Zeilen fassen die allgegenwärtigen Sorgen der Herrscher zusammen, sowohl auf dem Thron als auch um den Thron herum. Der Dichter deutet an, dass diese Sorgen so groß sind, dass nur Gott sie vergelten kann, und dass die finanzielle Unterstützung durch Figuren wie Rothschild unerlässlich ist, um die Stabilität des Thrones zu gewährleisten. Das Gedicht vermittelt somit ein tiefes Verständnis für die Komplexität der politischen Macht und die damit verbundenen persönlichen und gesellschaftlichen Belastungen.

Schlüsselwörter

viel espartero gerne isabella christine don carlos vergossen

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Stilmittel

Anapher
Ludwig Philipp! Ludwig Philipp! Gerne sagtest du dem Sohne: Geh', hilf Isabellen tragen, Als ihr Gatte, Spaniens Krone!
Kontrast
So viel Sorgen auf dem Throne, Und doch um ihn so viel Sorgen!