Die Sonnenuhr
1928Ich harr’ als tote Fläche, Hoff’ alles nur von dir: Und willst du, daß ich spreche, Frau Sonne, sprich zu mir!
Du sprichst mit hellem Strahlen, Herflammend übers Land - Ich kann es trüb nur malen Als Schatten an die Wand.
Doch mögen Menschen sehen An meiner dunklen Spur, Wie Götterschritte gehen Über der Erdenflur.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Die Sonnenuhr" von Hanns von Gumppenberg handelt von der Beziehung zwischen der Sonnenuhr und der Sonne. Die Sonnenuhr wartet als leblose Fläche auf die Sonne und hofft, dass sie ihr die Fähigkeit gibt zu sprechen. Sie bittet die Sonne, zu ihr zu sprechen, damit sie ihre Botschaft weitertragen kann. Die Sonne antwortet mit ihren hellen Strahlen, die das Land erhellen. Die Sonnenuhr kann jedoch nur die Schatten an die Wand malen, die von der Sonne geworfen werden. Sie ist nur ein passives Instrument, das die Bewegung der Sonne widerspiegelt. Trotz ihrer Begrenzungen ermöglicht die Sonnenuhr den Menschen, die Schritte der Götter auf der Erde zu sehen. Sie ist ein Symbol für die Verbindung zwischen dem Himmel und der Erde und zeigt den Menschen die ewige Bewegung der Zeit.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- Frau Sonne, sprich zu mir!
- Bildsprache
- Du sprichst mit hellem Strahlen, / Herflammend übers Land
- Kontrast
- Ich kann es trüb nur malen / Als Schatten an die Wand
- Metapher
- Ich harr' als tote Fläche
- Personifikation
- Frau Sonne