Die Sonnenuhr

Rainer Maria Rilke

1907

Selten reicht ein Schauer feuchter Fäule aus dem Gartenschatten, wo einander Tropfen fallen hören und ein Wander- vogel lautet, zu der Säule, die in Majoran und Koriander steht und Sommerstunden zeigt;

nur sobald die Dame (der ein Diener nachfolgt) in dem hellen Florentiner über ihren Rand sich neigt, wird sie schattig und verschweigt -.

Oder wenn ein sommerlicher Regen aufkommt aus dem wogenden Bewegen hoher Kronen, hat sie eine Pause; denn sie weiß die Zeit nicht auszudrücken, die dann in den Frucht- und Blumenstücken plötzlich glüht im weißen Gartenhause.

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Illustration zu Die Sonnenuhr

Interpretation

Das Gedicht "Die Sonnenuhr" von Rainer Maria Rilke beschreibt eine Sonnenuhr, die im Garten steht und die Sommerstunden anzeigt. Die Sonnenuhr ist umgeben von Majoran und Koriander und wird nur selten durch einen Schauer oder einen vorbeifliegenden Vogel gestört. Sie zeigt die Zeit an, solange die Sonne scheint, aber sobald eine Dame mit ihrem Diener in der Nähe ist oder ein sommerlicher Regen aufkommt, wird sie schattig und kann die Zeit nicht mehr anzeigen. Die Sonnenuhr ist ein Symbol für die Vergänglichkeit der Zeit und die Unausweichlichkeit des Wandels. Sie steht im Garten, umgeben von Pflanzen, die ebenfalls dem Wechsel der Jahreszeiten unterliegen. Die Sonnenuhr zeigt die Zeit an, solange die Sonne scheint, aber sobald sie von einem Schatten überdeckt wird, kann sie ihre Funktion nicht mehr erfüllen. Dies symbolisiert, dass die Zeit unaufhaltsam vergeht und dass wir sie nicht aufhalten können. Die Dame mit ihrem Diener und der sommerliche Regen sind Symbole für die Vergänglichkeit des Lebens. Die Dame ist ein Symbol für die Schönheit und den Reichtum, die jedoch ebenfalls vergänglich sind. Der sommerliche Regen ist ein Symbol für die Unausweichlichkeit des Wandels und der Vergänglichkeit. Die Sonnenuhr weiß nicht, wie sie die Zeit ausdrücken soll, wenn diese Symbole auftreten, da sie nicht in der Lage ist, die Vergänglichkeit des Lebens zu erfassen.

Schlüsselwörter

selten reicht schauer feuchter fäule gartenschatten einander tropfen

Wortwolke

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Stilmittel

Bildlichkeit
Oder wenn ein sommerlicher Regen aufkommt aus dem wogenden Bewegen hoher Kronen, hat sie eine Pause; denn sie weiß die Zeit nicht auszudrücken, die dann in den Frucht- und Blumenstücken plötzlich glüht im weißen Gartenhause.
Metapher
die Säule, die in Majoran und Koriander steht
Personifikation
Selten reicht ein Schauer feuchter Fäule aus dem Gartenschatten, wo einander Tropfen fallen hören und ein Wander-vogel lautet, zu der Säule, die in Majoran und Koriander steht und Sommerstunden zeigt;