Die Sonne sinkt
1254Nicht lange durstest du noch, verbranntes Herz! Verheißung ist in der Luft, aus unbekannten Mündern bläst mich′s an, - die große Kühle kommt…
Meine Sonne stand heiß über mir im Mittage: seid mir gegrüßt, daß ihr kommt, ihr plötzlichen Winde, ihr kühlen Geister des Nachmittags!
Die Luft geht fremd und rein. Schielt nicht mit schiefem Verführerblick die Nacht mich an?… Bleib stark, mein tapfres Herz! Frag nicht: warum?
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Interpretation
Das Gedicht "Die Sonne sinkt" von Friedrich Nietzsche handelt von der Sehnsucht nach Erneuerung und Abkühlung nach einer Zeit der Hitze und Anstrengung. Das "verbrannte Herz" symbolisiert einen Zustand der Erschöpfung und des Durstes nach Veränderung. Die "große Kühle", die sich ankündigt, steht für eine ersehnte Erleichterung und Erfrischung. Die Sonne, die "heiß über mir im Mittage" stand, repräsentiert die überwältigende Intensität und Belastung, der der Sprecher ausgesetzt war. Die Ankunft der "plötzlichen Winde" und "kühlen Geister des Nachmittags" wird als willkommene Erleichterung empfunden, die neues Leben und Energie bringt. Die letzten Zeilen des Gedichts deuten auf eine gewisse Unsicherheit und Vorsicht hin. Die Nacht, die mit einem "schiefen Verführerblick" schielt, könnte als Versuchung oder Gefahr interpretiert werden. Der Sprecher ermahnt sich selbst, stark zu bleiben und nicht zu fragen, warum, was auf eine Entschlossenheit hindeutet, die bevorstehenden Veränderungen anzunehmen, ohne zu zögern oder zu zweifeln.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- seid mir gegrüßt, daß ihr kommt, ihr plötzlichen Winde, ihr kühlen Geister des Nachmittags!
- Bildsprache
- Die Luft geht fremd und rein
- Imperativ
- Bleib stark, mein tapfres Herz! Frag nicht: warum?
- Metapher
- Nicht lange durstest du noch, verbranntes Herz!
- Personifikation
- die große Kühle kommt