Die Sommernacht
1803Wenn der Schimmer von dem Monde nun herab In die Wälder sich ergießt, und Gerüche Mit den Düften von der Linde In den Kühlungen wehn;
So umschatten mich Gedanken an das Grab Der Geliebten, und ich seh in dem Walde Nur es dämmern, und es weht mir Von der Blüthe nicht her.
Ich genoß einst, o ihr Todten, es mit euch! Wie umwehten uns der Duft und die Kühlung, Wie verschönt warst von dem Monde, Du o schöne Natur!
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Interpretation
Das Gedicht "Die Sommernacht" von Friedrich Gottlieb Klopstock beschreibt eine Sommernacht, in der der Mondschein in die Wälder ergießt und Düfte und Gerüche in der kühlen Luft wehen. Der Sprecher wird von Gedanken an das Grab seiner Geliebten überschattet und sieht nur noch das Grab im Wald dämmern, während der Duft der Linde ihn nicht mehr erreicht. Der Sprecher erinnert sich an die vergangenen Zeiten, als er den Duft und die Kühlung der Sommernacht mit seiner Geliebten genossen hat. Die Natur war durch den Mondschein verschönt und die gemeinsamen Momente waren von besonderer Schönheit. Die Gegenwart wird jedoch von der Abwesenheit der Geliebten überschattet, die nun nur noch in Gedanken und Erinnerungen präsent ist. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung, die durch den Kontrast zwischen der Schönheit der Natur und der Trauer über den Verlust der Geliebten entsteht. Die Sommernacht, die einst von Freude und Gemeinschaft geprägt war, wird nun zu einem Symbol der Sehnsucht und des Schmerzes.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Nur es dämmern, und es weht mir von der Blüthe nicht her
- Kontrast
- Ich genoß einst, o ihr Todten, es mit euch! Wie umwehten uns der Duft und die Kühlung, wie verschönt warst von dem Monde, du o schöne Natur!
- Metapher
- Wenn der Schimmer von dem Monde nun herab in die Wälder sich ergießt
- Personifikation
- Gerüche mit den Düften von der Linde in den Kühlungen wehn
- Symbolik
- Gedanken an das Grab der Geliebten