Alter tanze! Wenn du tanzest,
Alter, so gefällst du mir!
Jüngling, tanze! Wenn du tanzest,
Jüngling, so gefällst du mir.
Alter, tanze, trotz den Jahren!
Welche Freude, wenn es heißt:
Alter, du bist alt an Haaren,
Blühend aber ist dein Geist!
Alter tanze! Wenn du tanzest,
Alter, so gefällst du mir!
Jüngling, tanze! Wenn du tanzest,
Jüngling, so gefällst du mir.
Alter, tanze, trotz den Jahren!
Welche Freude, wenn es heißt:
Alter, du bist alt an Haaren,
Blühend aber ist dein Geist!

Das Gedicht „Die sieben und vierzigste Ode Anakreons“ von Gotthold Ephraim Lessing ist eine Ode, die sich auf spielerische Weise mit dem Thema des Alterns und der Jugend auseinandersetzt. Lessing spricht sowohl den alten als auch den jungen Tänzer direkt an, um die Freude am Tanz zu betonen, unabhängig vom Alter. Die wiederholten Zeilen „Alter tanze! Wenn du tanzest, / Alter, so gefällst du mir!“ und „Jüngling, tanze! Wenn du tanzest, / Jüngling, so gefällst du mir!“ unterstreichen diese Botschaft und schaffen eine eingängige, fast mantraartige Wirkung.
Der Kern des Gedichts liegt in der Aufforderung zum Tanz, die über das bloße körperliche Vergnügen hinausgeht. Der Tanz wird zum Symbol für Lebensfreude und Vitalität. Indem Lessing den Alten zum Tanzen auffordert, trotz der körperlichen Einschränkungen, die das Alter mit sich bringt, hebt er die Bedeutung der geistigen Jugend hervor. Dies wird im letzten Teil des Gedichts deutlich, wo die Freude daran betont wird, wenn es heißt: „Alter, du bist alt an Haaren, / Blühend aber ist dein Geist!“ Der Tanz wird so zum Ausdruck des unsterblichen Geistes, der unabhängig vom Alter weiterlebt.
Die Einfachheit der Sprache und die klare Struktur des Gedichts tragen zur Übermittlung der Botschaft bei. Lessing verwendet eine direkte Ansprache und wiederholt zentrale Aussagen, was die Ode leicht verständlich und einprägsam macht. Die Wiederholung verstärkt die positive Botschaft und die Wertschätzung der Lebensfreude, die durch den Tanz verkörpert wird. Der Reim und der einfache Rhythmus erleichtern das Verständnis und machen das Gedicht zugänglich für ein breites Publikum.
Letztendlich ist dieses Gedicht eine Ermutigung, das Leben in all seinen Facetten zu genießen, unabhängig vom Alter. Es feiert die Vitalität des Geistes und die Fähigkeit, Freude am Leben zu finden. Der Tanz wird zum Sinnbild für die Bewahrung einer jugendlichen Einstellung und für die Erkenntnis, dass wahre Schönheit nicht nur in der äußeren Erscheinung, sondern auch im Inneren, in der Freude am Leben und am Geist selbst liegt.
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