Die Seele
1179Die Seele ist wie ein Wind, der über die Kräuter weht, wie der Tau, der über die Wiesen träufelt, wie die Regenluft, die wachsen macht.
Desgleichen ströme der Mensch Wohlwollen aus auf alle, die da Sehnsucht tragen.
Ein Wind sei er, der den Elenden hilft, ein Tau, der die Verlassenen tröstet.
Er sei wie die Regenluft, die die Ermatteten aufrichtet und sie mit Liebe erfüllt wie Hungernde.
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Interpretation
Das Gedicht "Die Seele" von Hildegard von Bingen vergleicht die Seele mit natürlichen Elementen wie Wind, Tau und Regenluft, die Wachstum und Erneuerung bringen. Die Seele wird als eine Kraft dargestellt, die über die Kräuter weht und den Tau über die Wiesen träufelt, um alles zum Wachsen zu bringen. Der Mensch wird aufgefordert, Wohlwollen und Mitgefühl wie die Seele auszustrahlen und allen zu helfen, die in Not sind. Er soll ein Wind für die Elenden, ein Tau für die Verlassenen und wie die Regenluft für die Ermatteten sein, um sie mit Liebe zu erfüllen und aufzurichten. Das Gedicht betont die Bedeutung von Empathie, Mitgefühl und Liebe als wesentliche Eigenschaften der Seele. Es ruft den Menschen dazu auf, diese Qualitäten in seinem Handeln zu verkörpern und anderen in ihrer Not beizustehen, um so zur Heilung und Erneuerung der Welt beizutragen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Er sei wie die Regenluft, die die Ermatteten aufrichtet
- Vergleich
- ein Tau, der die Verlassenen tröstet