Die Sclaven-Emancipation

Adolf Glaßbrenner

1844

Lob und Heil, ihr großen Mächte, Jubelnd euch gesungen sei, Daß ihr ehrtet Menschenrechte, Und die Sclaven machtet frei!

Und warum sie’s nicht schon waren Lange, das ist Einerlei! Jetzt, nach wen’gen hundert Jahren, Sind die schwarzen Sclaven frei.

O wie glücklich ist’s auf Erden! Völker, singt Juchhei, Juchhei! Wenn’s die weißen nun noch werden, Dann sind alle Sclaven frei!

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Interpretation

Das Gedicht "Die Sclaven-Emancipation" von Adolf Glasbrenner ist ein kritischer Kommentar zur Sklaverei und ihrer Abschaffung. Der Autor drückt seine Freude über die Befreiung der schwarzen Sklaven aus, betont jedoch auch die lange Zeit, die es dauerte, bis dies geschah. Er hinterfragt die Gründe für die Verzögerung und deutet an, dass es in der Geschichte der Menschheit eine Selbstverständlichkeit hätte sein sollen, dass alle Menschen frei sind. Glasbrenner beschreibt die Befreiung der Sklaven als einen großen Fortschritt für die Menschheit. Er ruft die Völker dazu auf, diesen Erfolg zu feiern und die neu gewonnene Freiheit zu genießen. Doch er gibt auch zu bedenken, dass noch nicht alle Menschen frei sind, insbesondere die weißen Sklaven. Das Gedicht endet mit der Hoffnung, dass auch sie bald befreit werden und somit alle Sklaven auf der Welt frei sind. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine ambivalente Stimmung. Einerseits wird die Freude über die Befreiung der Sklaven ausgedrückt, andererseits wird die lange Dauer des Prozesses kritisiert und auf die noch bestehende Ungerechtigkeit hingewiesen. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Geschichte der Sklaverei und die Notwendigkeit der Gleichheit aller Menschen an.

Schlüsselwörter

sclaven frei juchhei lob heil großen mächte jubelnd

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Stilmittel

Anapher
Lob und Heil, ihr großen Mächte, Jubelnd euch gesungen sei
Ausruf
O wie glücklich ist's auf Erden! Völker, singt Juchhei, Juchhei!
Ironie
Und warum sie's nicht schon waren Lange, das ist Einerlei! Jetzt, nach wen'gen hundert Jahren, Sind die schwarzen Sclaven frei.
Kontrast
Wenn's die weißen nun auch werden, Dann sind alle Sclaven frei!
Metapher
Daß ihr ehrtet Menschenrechte, Und die Sclaven machtet frei!