Die Schwestern

Rainer Maria Rilke

1908

Sieh, wie sie dieselben Möglichkeiten anders an sich tragen und verstehn, so als sähe man verschiedne Zeiten durch zwei gleiche Zimmer gehn.

Jede meint die andere zu stützen, während sie doch müde an ihr ruht; und sie können nicht einander nützen, denn sie legen Blut auf Blut,

wenn sie sich wie früher sanft berühren und versuchen, die Allee entlang sich geführt zu fühlen und zu führen: Ach, sie haben nicht denselben Gang.

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Interpretation

Das Gedicht "Die Schwestern" von Rainer Maria Rilke handelt von zwei Schwestern, die unterschiedlich mit den gleichen Möglichkeiten umgehen. Sie tragen und verstehen diese Möglichkeiten auf verschiedene Weise, als ob man verschiedene Zeiten durch zwei identische Zimmer hindurchgehen sieht. Jede Schwester versucht, die andere zu stützen, aber in Wirklichkeit ruht sie nur müde an ihr. Sie können sich nicht gegenseitig helfen, da sie Blut auf Blut legen, wenn sie sich sanft berühren, wie früher. Sie versuchen, sich geführt zu fühlen und zu führen, aber sie haben nicht denselben Gang.

Schlüsselwörter

blut sieh dieselben möglichkeiten anders tragen verstehn sähe

Wortwolke

Wortwolke zu Die Schwestern

Stilmittel

Bildlichkeit
wenn sie sich wie früher sanft berühren und versuchen, die Allee entlang sich geführt zu fühlen und zu führen
Hyperbel
denn sie legen Blut auf Blut
Kontrast
Ach, sie haben nicht denselben Gang
Metapher
Sieh, wie sie dieselben Möglichkeiten anders an sich tragen und verstehn, so als sähe man verschiedne Zeiten durch zwei gleiche Zimmer gehn.
Personifikation
Jede meint die andere zu stützen, während sie doch müde an ihr ruht
Vergleich
so als sähe man verschiedne Zeiten durch zwei gleiche Zimmer gehn