Die Schwalbe
1867Weh nun, da den Bäumen der herbstliche Wind Abschüttelt das Laub, das falbe, Weh dir, der die Schwingen gebrochen sind, Du arme verlassene Schwalbe! Voll Trauer blickst du von deinem Dach Dem Zug der Gespielen, dem scheidenden, nach.
Sie ziehen hinweg in den herrlichen Süd, Sie lassen die krankende Schwester Und suchen im Frühling, der ewig blüht, Die myrtenbeschatteten Nester Und spotten am griechischen Tempelsims Des rauhen, des nordischen Wintergrimms.
Bald streifen sie nun mit dem Flügelschlag Des Mittelmeers blauende Wellen Und schwingen sich auf mit dem leuchtenden Tag In die Aetherhöhen, die hellen; Du aber, Verwaiste, in einsamem Weh Sinkst sterbend dahin auf die Felder voll Schnee!
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Interpretation
Das Gedicht "Die Schwalbe" von Adolf Friedrich Graf von Schack handelt von einer Schwalbe, die in der kalten Jahreszeit zurückgelassen wurde. Der Herbst hat die Bäume ihrer Blätter beraubt, und die Schwalbe, deren Flügel gebrochen sind, blickt voller Trauer vom Dach auf den Zug ihrer Artgenossen, die in den Süden ziehen. Die anderen Schwalben ziehen in den Süden, um im ewigen Frühling neue Nester zu bauen und den Winter zu meiden. Sie lassen die kranke Schwalbe zurück und verspotten den rauen Winter. Die Schwalbe, die zurückbleibt, ist einsam und stirbt schließlich auf den schneebedeckten Feldern. Das Gedicht thematisiert die Einsamkeit und den Tod der zurückgelassenen Schwalbe. Es beschreibt den Kontrast zwischen dem warmen, blühenden Süden und dem kalten, todbringenden Norden. Die Schwalbe wird als Opfer der Natur dargestellt, das dem Zug der anderen nicht folgen kann und schließlich ihrem Schicksal erliegt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Weh nun, da den Bäumen der herbstliche Wind
- Bildsprache
- die myrtenbeschatteten Nester
- Hyperbel
- der ewig blüht
- Metapher
- der herbstliche Wind schüttelt das Laub ab
- Personifikation
- Weh dir, der die Schwingen gebrochen sind