Die schöne Blumenverkäuferin
1900Am Marktplatz bei der Ecke Da hab′ ich niemals Eil′, Da sitzt ein schönes Mägdlein Und bietet Blumen feil.
Im Frühjahr waren′s Veilchen, Jetzt Maienglöcklein fein, Im Sommer werden′s Rosen, Im Herbste Nelken sein.
So nehm′ ich jeden Morgen Ein frisches Sträußlein mit, Doch wann es Winter worden – O weh, dran dacht′ ich nit!
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Interpretation
Das Gedicht "Die schöne Blumenverkäuferin" von Martin Greif handelt von einem Mann, der jeden Morgen am Marktplatz an einer bestimmten Ecke vorbeigeht. Dort sitzt eine schöne junge Frau und bietet Blumen zum Verkauf an. Der Erzähler nimmt sich jeden Tag ein frisches Sträußchen mit, ohne sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Das Gedicht beschreibt die wechselnden Blumen im Jahresverlauf. Im Frühling sind es Veilchen, im Mai Maiglöckchen, im Sommer Rosen und im Herbst Nelken. Der Erzähler genießt die Schönheit der Blumen und die Anwesenheit der Blumenverkäuferin, ohne sich um die kommende kalte Jahreszeit zu sorgen. Doch am Ende des Gedichts wird deutlich, dass der Erzähler nicht daran gedacht hat, was passieren wird, wenn der Winter kommt. Die Blumen werden nicht mehr verfügbar sein und die schöne Blumenverkäuferin wird vielleicht nicht mehr da sein. Der Erzähler beklagt sich mit den Worten "O weh, dran dacht' ich nit!" über seine eigene Unachtsamkeit und die Vergänglichkeit der schönen Momente im Leben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- Die Zeile 'O weh, dran dacht′ ich nit!' zeigt Ironie, da der Erzähler die Konsequenzen seiner Handlungen nicht bedacht hat.
- Kontrast
- Der Übergang von den fröhlichen Jahreszeiten zu der traurigen Erkenntnis im Winter schafft einen starken Kontrast.
- Metapher
- Die Blumenverkäuferin wird als 'schönes Mägdlein' beschrieben, was ihre Schönheit und Anmut symbolisiert.
- Personifikation
- Die Blumen werden als 'Maienglöcklein fein' und 'Rosen' beschrieben, als ob sie ihre eigenen Eigenschaften hätten.