Die Schlummernde
1760Im Gelispel athmet Flöten! Leis entschlummert sinkt das Haupt Meiner Freundin, das zu röthen Sich ein süßer Traum erlaubt, Und von Maienkühl’ umfächelt Liebe hauchet, Liebe lächelt.
Blumen sind dem prallen Moose, Das sie wieget, eingestickt; Ueber ihr hängt eine Rose, Die verschämt am Stocke nickt; Und den Balsam rings ergießen Lüfte, die sie sanft umschließen.
Ihr gelagert gegenüber Wagt mein Odem keinen Zug. Kalt und glühend als im Fieber Hemm ich meines Seufzers Flug. Wenn der Traum, der sie umschwebet, Nur kein fremdes Bild belebet!
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Interpretation
Das Gedicht "Die Schlummernde" von Heinrich Christian Boie handelt von einer schlafenden Freundin, die in einem Zustand der Ruhe und des Träumens dargestellt wird. Die Stimmung ist von sanfter, liebevoller Beobachtung geprägt, wobei die Natur um die Schlafende herum eine romantische Atmosphäre schafft. Die Schlummernde wird als jemand beschrieben, der von einem süßen Traum umfangen ist, der ihr Gesicht zum Erröten bringt. Die Umgebung wird mit floralen Elementen wie Blumen, Moos und einer Rose beschrieben, die alle zu einer friedlichen und idyllischen Szene beitragen. Die Natur scheint die Schlafende zu umarmen und zu schützen, was die Intimität und Zärtlichkeit des Moments unterstreicht. In der zweiten Strophe wird die Szene weiter ausgeschmückt mit Bildern von Blumen und einer Rose, die die Schlummernde umgeben. Die Natur wird als aktiv und fürsorglich dargestellt, mit Lüften, die Balsam verströmen und die Schlafende sanft umschließen. Diese Beschreibungen verstärken das Gefühl von Geborgenheit und Schönheit, das die Szene durchdringt. Die Schlummernde wird als Teil eines harmonischen Ganzen präsentiert, in dem die Grenzen zwischen ihr und der Natur zu verschwimmen scheinen. Die dritte Strophe führt eine persönliche Perspektive ein, die des Beobachters, der neben der Schlafenden sitzt. Dieser Beobachter hält den Atem an und unterdrückt seinen Seufzer, aus Angst, die Schlafende zu stören. Die Spannung zwischen der Kälte und der Hitze, die der Beobachter empfindet, deutet auf eine tiefe emotionale Beteiligung hin. Der Beobachter wünscht sich, dass der Traum der Schlafenden rein und ungestört bleibt, frei von fremden Einflüssen. Dies unterstreicht die Intimität und den Respekt, den der Beobachter der Schlafenden entgegenbringt, und betont die Schönheit und Verletzlichkeit des Moments.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Blumen sind dem prallen Moose
- Anapher
- Liebe hauchet, Liebe lächelt
- Bildlichkeit
- Im Gelispel athmet Flöten!
- Hyperbel
- Kalt und glühend als im Fieber
- Metapher
- Ueber ihr hängt eine Rose
- Personifikation
- Die verschämt am Stocke nickt
- Vergleich
- Das sie wieget, eingestickt