Die schlimmen Eheleut
1644Nicht also kürren und schorren die Ratzen, nicht also schreien und gmauzen die Katzen, nicht also pfeifen und zischen die Schlangen, nicht also rauschen und prasseln die Flammen, nicht also scheppern und kleppern die Rötschen, nicht also plurren und schnurren die Prötschen, nicht also wüten und heulen die Hund, nicht also brüllet der Löwen ihr Schlund, nicht also hauset und brauset das Meer, nicht also stürmet ein kriegrisches Heer, Nicht also reißet und tobet der Wind, nicht also jammert ein schreiendes Kind: wie zwei wankende, zankende, reißende, beißende, weinende, greinende, mockende, bockende, trutzige, schmutzige Eheleut.
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Interpretation
Das Gedicht "Die schlimmen Eheleut" von Abraham a Sancta Clara beschreibt auf drastische Weise das Verhalten eines unglücklichen Ehepaares. Der Dichter vergleicht ihre Streitigkeiten und Auseinandersetzungen mit den Geräuschen und Verhaltensweisen verschiedener Tiere und Naturerscheinungen. Abraham a Sancta Clara stellt in seinem Gedicht die Ehe als einen Zustand dar, der von ständigen Konflikten und Unstimmigkeiten geprägt ist. Die Eheleute werden als "wankende, zankende, reißende, beißende" Personen beschrieben, die wie Tiere oder Naturgewalten miteinander streiten und sich bekämpfen. Der Dichter verwendet eine Vielzahl von Vergleichen, um die Intensität und Heftigkeit der Auseinandersetzungen zu verdeutlichen. Das Gedicht endet mit einer Aufzählung von Adjektiven, die das Verhalten der Eheleute charakterisieren: "weinende, greinende, mockende, bockende, trutzige, schmutzige". Diese Worte vermitteln den Eindruck von einer Beziehung, die von emotionalen Ausbrüchen, Trotz und Unreinheit geprägt ist. Abraham a Sancta Clara vermittelt durch seine drastische Sprache und die Verwendung von Vergleichen ein Bild von einer Ehe, die von ständigen Konflikten und Unstimmigkeiten geprägt ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Nicht also kürren und schorren die Ratzen, nicht also schreien und gmauzen die Katzen, nicht also pfeifen und zischen die Schlangen
- Hyperbel
- Nicht also reißet und tobet der Wind, nicht also jammert ein schreiendes Kind: wie zwei wankende, zankende, reißende, beißende
- Metapher
- wie zwei wankende, zankende, reißende, beißende, weinende, greinende, mockende, bockende, trutzige, schmutzige Eheleut
- Personifikation
- Nicht also wüten und heulen die Hund, nicht also brüllet der Löwen ihr Schlund, nicht also hauset und brauset das Meer
- Vergleich
- Nicht also kürren und schorren die Ratzen, nicht also schreien und gmauzen die Katzen, nicht also pfeifen und zischen die Schlangen, nicht also rauschen und prasseln die Flammen