Die Schiffahrt
1793Es flieht, das Schiff, das Daphnen weg Zu fernem Ufer führt! Zwar dich umflattre Zephir nur, Nur Liebesgötter dich!
Ihr Wellen, hüpfet sanft ums Schiff! Wenn nun ihr süsser Blick Auf euern sanften Spielen ruht, Ach, dann denkt sie an mich.
Ins Ufers Schatten singe dir Jetzt jeder Vogel zu; Und Schilf und Sträuche winket ihr Von sanftem Wind bewegt.
Du glatte See bleib immer sanft! Du trägst das schönste Kind Das je den Fluten sich vertraut; Rein, wie der Sonne Bild
Das dort auf deinem Spiegel stralt, Schön wie die Venus einst Als sie, aus weissem Schaum hervor, Auf ihre Muschel stieg.
Die Wassergötter, die sie sahn, Vergassen da entzückt Ihr plätschernd Spiel, vergassen da Die schilfbekränzte Nymph.
Sie sahn der Eifersüchtgen Blick Und lächelnd Winken nicht; Die süsse Göttin sahn sie nur, Bis sie ans Ufer stieg.
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Interpretation
Das Gedicht "Die Schiffahrt" von Salomon Gessner handelt von der Reise eines Schiffes, das Daphnen zu einem fernen Ufer führt. Der Sprecher wendet sich direkt an das Schiff und die Naturgewalten, die sie umgeben, und bittet sie, sanft und liebevoll zu sein. Er wünscht sich, dass die Wellen sanft um das Schiff spielen und dass die Vögel für sie singen, während sie durch den Schatten des Ufers gleitet. Der Sprecher vergleicht Daphnen mit der schönsten Göttin und bittet die Wassergötter, sie zu bewundern und zu vergöttern. Das Gedicht beschreibt die Schönheit und Reinheit von Daphnen, die auf dem Schiff sitzt und die Reise genießt. Der Sprecher vergleicht sie mit der Sonne und der Venus und betont ihre göttliche Anmut. Die Wassergötter sind von ihrer Schönheit so fasziniert, dass sie ihr plätscherndes Spiel vergessen und nur noch auf sie schauen. Sie bemerken nicht einmal die eifersüchtigen Blicke und Winken der schilfbekränzten Nymphe, die neidisch auf Daphnen ist. Das Gedicht endet damit, dass die Wassergötter nur noch die süße Göttin sehen, bis sie ans Ufer steigt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Allusion
- Schön wie die Venus einst
- Anapher
- Nur Liebesgötter dich!
- Apostrophe
- Ihr Wellen, hüpfet sanft ums Schiff!
- Enjambement
- Bis sie ans Ufer stieg.
- Hyperbel
- Das je den Fluten sich vertraut
- Metapher
- Als sie, aus weissem Schaum hervor
- Personifikation
- Es flieht, das Schiff, das Daphnen weg
- Vergleich
- Rein, wie der Sonne Bild