Die Schaukel
1900Auf meiner Schaukel in die Höh, was kann es Schöneres geben! So hoch, so weit: die ganze Chaussee und alle Häuser schweben.
Weit über die Gärten hoch, juchhee, ich lasse mich fliegen, fliegen; und alles sieht man, Wald und See, ganz anders stehn und liegen.
Hoch in die Höh! Wo ist mein Zeh? Im Himmel! ich glaube, ich falle! Das tut so tief, so süß dann weh, und die Bäume verbeugen sich alle.
Und immer wieder in die Höh, und der Himmel kommt immer näher; und immer süßer tut es weh - der Himmel wird immer höher.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Die Schaukel" von Richard Dehmel beschreibt die Erfahrung des Schaukelns als ein Gefühl von Freiheit und Erhebung. Der Sprecher genießt die Aussicht, die sich ihm bietet, wenn er hoch auf der Schaukel schwingt, und betont die Schönheit und Weite, die sich ihm dabei erschließt. Die Landschaft und die Häuser scheinen zu schweben, und der Sprecher fühlt sich wie ein Vogel, der durch die Lüfte segelt. Die zweite Strophe setzt das Gefühl der Freiheit und Erhebung fort. Der Sprecher beschreibt, wie er sich über die Gärten erhebt und einen neuen Blick auf die Welt gewinnt. Die Perspektive ändert sich, und alles erscheint anders und neu. Der Sprecher genießt das Gefühl des Fliegens und das Gefühl der Unbeschwertheit, das es mit sich bringt. Die dritte und vierte Strophe bringen eine neue Dimension in das Gedicht. Der Sprecher beschreibt das Gefühl der Schwerelosigkeit und des Fallens, das mit dem Schaukeln einhergeht. Das Gefühl ist zugleich tief und süß, und die Bäume scheinen sich vor ihm zu verneigen. Der Himmel rückt näher, und das Gefühl der Erhebung wird immer intensiver. Das Gedicht endet mit der Wiederholung des Satzes "Und immer wieder in die Höh", was das Gefühl der ewigen Bewegung und des ewigen Aufstiegs unterstreicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- So hoch, so weit
- Hyperbel
- Und immer süßer tut es weh - der Himmel wird immer höher
- Kontrast
- Das tut so tief, so süß dann weh
- Metapher
- Auf meiner Schaukel in die Höh
- Personifikation
- Und die Bäume verbeugen sich alle
- Wiederholung
- Hoch in die Höh! Wo ist mein Zeh?