Die Rosen im Garten

Ernst Stadler

1914

Die Rosen im Garten blühn zum zweiten Mal. Täglich schießen sie in dicken Bündeln In die Sonne. Aber die schwelgerische Zartheit ist dahin, Mit der ihr erstes Blühen sich im Hof des weiß und roten Sternenfeuers wiegte. Sie springen gieriger, wie aus aufgerissenen Adern strömend, Über das heftig aufgeschwellte Fleisch der Blätter. Ihr wildes Blühen ist wie Todesröcheln, Das der vergehende Sommer in das ungewisse Licht des Herbstes trägt.

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Interpretation

Das Gedicht "Die Rosen im Garten" von Ernst Stadler beschreibt den zweiten Blütezyklus der Rosen im Garten. Es beginnt mit einer Beschreibung der Rosen, die erneut blühen und täglich in dicken Bündeln in die Sonne schießen. Die Atmosphäre hat sich jedoch verändert, die schwelgerische Zartheit des ersten Blühens ist dahin. Die Rosen werden nun als gieriger und intensiver dargestellt, fast wie Blut, das aus aufgerissenen Adern strömt. Ihre Blätter sind von einem heftig aufgeschwellten Fleisch bedeckt. Das wilde Blühen der Rosen wird mit einem Todesröcheln verglichen, das der vergehende Sommer in das ungewisse Licht des Herbstes trägt. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung des Übergangs und des Verfalls. Die zweite Blüte der Rosen ist nicht mehr von der zarten Schönheit des ersten Mal geprägt, sondern von einer wilden, fast verzweifelten Intensität. Die Vergleiche mit Blut und Todesröcheln unterstreichen das Gefühl des Dahinschwindens und des nahenden Endes. Der Herbst steht symbolisch für den Übergang und das Ungewisse, das auf den Sommer folgt.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Die Rosen im Garten

Stilmittel

Alliteration
strömen, Sommer, trägt
Bildsprache
über das heftig aufgeschwellte Fleisch der Blätter
Hyperbel
dicken Bündeln
Metapher
wie aus aufgerissenen Adern strömend
Personifikation
Die Rosen im Garten blühn zum zweiten Mal.
Vergleich
wie Todesröcheln