Die Reise
1920Tipp, tapp, Stuhlbein, hüh, du sollst mein Pferdchen sein! Klipp, klapp, Hutsche, du bist meine Kutsche, wutsch!
Wipp, wapp, zu langsam; hott, wir fahren Eisenbahn! Alle meine Pferde, um die ganze Erde, rrrutsch!
Tipp, tapp; zipp, zapp; halt, wann geht das Luftschiff ab? Fertig, Kinder, eingestiegen! wollen in den Himmel fliegen! futsch!
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Die Reise" von Richard Dehmel ist eine spielerische und rhythmische Beschreibung verschiedener Fortbewegungsmittel. Es beginnt mit dem Klopfen eines Stuhlbeins auf dem Boden, das als Pferdchen und dann als Kutsche dient. Die Reise geht weiter mit einer Eisenbahnfahrt und endet mit dem Start eines Luftschiffs in den Himmel. Das Gedicht verwendet Onomatopoesie, um die Geräusche der verschiedenen Verkehrsmittel nachzuahmen und eine lebhafte Atmosphäre zu schaffen. Das Gedicht kann als Metapher für die menschliche Neugier und den Wunsch nach Abenteuer und Entdeckung interpretiert werden. Die verschiedenen Fortbewegungsmittel symbolisieren die verschiedenen Phasen des Lebens und die ständige Suche nach neuen Erfahrungen. Die Reise beginnt mit einfachen Mitteln wie einem Stuhlbein und einer Kutsche, was die kindliche Unschuld und die ersten Schritte im Leben darstellen könnte. Die Eisenbahnfahrt steht für die schnellere und effizientere Fortbewegung im Erwachsenenalter, während das Luftschiff den Wunsch nach Höherem und die Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit symbolisiert. Die Reise im Gedicht endet abrupt mit dem Start des Luftschiffs in den Himmel, was den plötzlichen Abschied von der irdischen Welt und den Beginn einer neuen, unbekannten Reise darstellen könnte. Dies könnte als Metapher für den Tod oder die Transformation in eine höhere Existenzebene interpretiert werden. Das Gedicht ermutigt den Leser, die Reise des Lebens mit Neugier und Abenteuerlust zu genießen und immer bereit zu sein, neue Wege und Möglichkeiten zu erkunden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Tipp, tapp, Stuhlbein
- Anapher
- Tipp, tapp; Klipp, klapp; Wipp, wapp; Tipp, tapp
- Ausruf
- hott; Futsch
- Hyperbel
- um die ganze Erde
- Imperativ
- halt, wann geht das Luftschiff ab?
- Metapher
- Stuhlbein als Pferdchen; Hutsche als Kutsche
- Onomatopoesie
- Tipp, tapp, Stuhlbein; Klipp, klapp, Hutsche; Wipp, wapp; hott; Rrrutsch; Tipp, tapp; zipp, zapp; Futsch
- Personifikation
- Stuhlbein, du sollst mein Pferdchen sein!; du bist meine Kutsche
- Wunsch
- wollen in den Himmel fliegen!