Die Reise
Tipp, tapp, Stuhlbein,
hüh, du sollst mein Pferdchen sein!
Klipp, klapp, Hutsche,
du bist meine Kutsche,
wutsch!
Wipp, wapp, zu langsam;
hott, wir fahren Eisenbahn!
Alle meine Pferde,
um die ganze Erde,
rrrutsch!
Tipp, tapp; zipp, zapp;
halt, wann geht das Luftschiff ab?
Fertig, Kinder, eingestiegen!
wollen in den Himmel fliegen!
futsch!
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Kurze Interpretation des Gedichts
Das Gedicht „Die Reise“ von Richard Dehmel entführt den Leser in die spielerische Welt der kindlichen Fantasie. Es zeichnet sich durch seine einfache Sprache, rhythmische Struktur und die Verwendung von Lautmalerei aus, die dem Gedicht einen lebhaften und kindlichen Charakter verleihen. Der Autor nutzt verschiedene Alltagsobjekte, die durch die Vorstellungskraft der Kinder in unterschiedlichste Transportmittel verwandelt werden, beginnend mit einem Stuhlbein als Pferd und endend mit einem Luftschiff, das in den Himmel fliegen soll.
Die Struktur des Gedichts ist in drei Strophen unterteilt, die jeweils eine neue „Reise“ einleiten. Die Verwendung von Kindersprache wie „hüh“, „klipp, klapp“ und „wutsch“ verstärkt den spielerischen Charakter und lässt den Leser die Welt aus Kinderaugen sehen. Die rhythmische Wiederholung von Wörtern und der Einsatz von Reimen unterstützen den spielerischen Duktus. Auffällig ist auch die Steigerung der Transportmittel, die von einem einfachen Pferd über eine Kutsche und eine Eisenbahn bis hin zu einem Luftschiff reichen, was die zunehmende Begeisterung und den Abenteuerdrang der Kinder widerspiegelt.
Die zweite Strophe, mit dem „Wipp, wapp“ und „hott“, symbolisiert die Beschleunigung und den Übergang zu einer schnelleren Reise, nämlich mit der Eisenbahn. Der Ausruf „Alle meine Pferde, um die ganze Erde, rrrutsch!“ deutet auf die Vorstellungskraft der Kinder hin, die keine Grenzen kennt. Sie träumen von einer Reise um die ganze Welt. Dies wird durch die Verwendung des Wortes „rrrutsch“ unterstützt, das die Dynamik und den Spaß der Fahrt verdeutlicht.
Die abschließende Strophe, in der die Kinder „in den Himmel fliegen“ wollen, verdeutlicht den Höhepunkt der kindlichen Fantasie und Unbeschwertheit. Das abschließende „futsch!“ signalisiert das Verschwinden der Realität und den vollständigen Eintritt in die Traumwelt, in der alles möglich ist. Dehmel gelingt es somit, mit wenigen Worten eine ganze Welt des Spielens und der kindlichen Vorstellungskraft zu erschaffen, die den Leser auf eine unbeschwerte Reise mitnimmt.
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Lizenz und Verwendung
Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.