Die Quelle
unbekanntGebirgen, deren Scheitel Stolz in die Wolken raget, Entsprudelnd, und von Felsen Auf Felsen niederstürzend In′s Bergthal; oder schüchtern Der Erde stillem Schooße Entsteigend, und geräuschlos Und unbemerkt durch Kieseln Euch mühesam hinwindend, Um unweit eurer Wiege Im durst′gen Sande, oder In eines Sees Gesümpfe Schnell wieder zu verschwinden, O Quellen, meine Wonne! Oft neidenswerther seid ihr Als manche große Ströme. Es prägte jene Quelle Der Oasis, die warm ist Bei Nacht und kalt am Tage Trotz Sonne und der Wüste Gluthheißem Sande, welcher Sie rings umgibt, noch tiefer Sich mir in das Gedächtniß Als alle staunenswerthen Erscheinungen des Niles. Und welcher Strom vermag sich An Ruhm mit dir zu messen, Vauklusens von Petrarka Besungne, von Petrarka Verewigete Quelle? Es werden tausend Jahre Und wieder tausend Jahre Verfließen, und dein Name Wird immer im Gedächtniß Der Sterblichen noch leben. Unsterblich ist, was, Dichtkunst, Dein Zauberodem einmal, Wenn auch nur leis′, berühret!
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Interpretation
Das Gedicht "Die Quelle" von Elisabeth Kulmann handelt von der Schönheit und dem Einfluss von Quellen auf die Natur und die menschliche Seele. Die Autorin beschreibt verschiedene Arten von Quellen, von den stolzen Gebirgsquellen bis zu den schüchternen, die aus der Erde entspringen. Sie betont, dass diese Quellen oft wertvoller sind als große Flüsse, da sie eine tiefere Bedeutung haben. Die Quelle der Oasis, die warm in der Nacht und kalt am Tag ist, wird besonders hervorgehoben. Sie bleibt trotz der Hitze der Wüste kühl und hat sich tief in das Gedächtnis der Autorin eingeprägt. Dies symbolisiert die Beständigkeit und die unvergängliche Natur der Quelle, die im Gegensatz zur Vergänglichkeit anderer Dinge steht. Die Quelle von Vaucluse, die von Petrarca besungen wurde, wird als besonders berühmt und verewigt dargestellt. Die Autorin betont, dass der Name dieser Quelle noch in tausend Jahren in den Gedanken der Menschen leben wird. Dies unterstreicht die Idee, dass die Poesie und die Kunst etwas Unsterbliches schaffen können, das die Zeit überdauert und in den Herzen der Menschen weiterlebt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anspielung
- Vauklusens von Petrarka Besungne, von Petrarka Verewigete Quelle
- Kontrast
- warm bei Nacht und kalt am Tage
- Metapher
- Gebirgen, deren Scheitel Stolz in die Wolken raget
- Vergleich
- Oft neidenswerther seid ihr Als manche große Ströme