Die Nebensonnen

Wilhelm Müller

1827

Drei Sonnen sah ich am Himmel steh’n, Hab’ lang und fest sie angeseh’n; Und sie auch standen da so stier, Als wollten sie nicht weg von mir.

Ach, meine Sonnen seid ihr nicht! Schaut ander’n doch ins Angesicht! Ja, neulich hatt’ ich auch wohl drei; Nun sind hinab die besten zwei.

Ging nur die dritt’ erst hinterdrein! Im Dunkeln wird mir wohler sein.

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Illustration zu Die Nebensonnen

Interpretation

Das Gedicht "Die Nebensonnen" von Wilhelm Müller handelt von einer tiefen Sehnsucht und dem Verlust geliebter Menschen. Der Sprecher beschreibt, wie er drei Sonnen am Himmel stehen sieht und diese lange und fest anstarrt. Die Sonnen stehen so starr da, als wollten sie nicht von ihm weggehen. Der Sprecher richtet sich an die Sonnen und sagt, dass sie nicht seine Sonnen sind. Er bittet sie, in ein anderes Gesicht zu schauen. Er erinnert sich daran, dass er auch früher drei Sonnen hatte, aber nun sind die besten zwei verschwunden. Der Sprecher wünscht sich, dass auch die dritte Sonne folgen möge, denn im Dunkeln wird ihm wohler sein. Das Gedicht drückt die Einsamkeit und Traurigkeit des Sprechers aus, der den Verlust seiner geliebten Menschen betrauert.

Schlüsselwörter

drei sonnen sah himmel steh hab lang fest

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Stilmittel

Metapher
Im Dunkeln wird mir wohler sein
Personifikation
Und sie auch standen da so stier, Als wollten sie nicht weg von mir