Die Nachtigallen
1788Möchte‘ wissen, was sie schlagen So schön bei der Nacht, ‚s ist in der Welt ja doch niemand, Der mit ihnen wacht.
Und die Wolken, die reisen, Und das Land ist so blaß, Und die Nacht wandert leise Durch den Wald übers Gras.
Nacht, Wolken, wohin sie gehen, Ich weiß es recht gut, Liegt ein Grund hinter den Höhen, Wo meine Liebste jetzt ruht.
Zieht der Einsiedel sein Glöcklein, Sie höret es nicht, Es fallen ihr die Löcklein Übers ganze Gesicht.
Und daß sie niemand erschrecket, Der liebe Gott hat sie hier Ganz mit Mondschein bedecket, Da träumt sie von mir.
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Die Nachtigallen" von Joseph von Eichendorff handelt von der Sehnsucht des lyrischen Ichs nach seiner Liebsten, die verstorben ist. Die Nachtigallen, die in der Nacht singen, symbolisieren die unerfüllte Liebe und das Verlangen nach Nähe. Das lyrische Ich fragt sich, wer mit den Nachtigallen wacht, da es niemanden auf der Welt gibt, der ihre Einsamkeit teilt. Das Gedicht beschreibt eine nächtliche Szene, in der Wolken ziehen und das Land in einem blassen Licht erstrahlt. Die Nacht wandert leise durch den Wald und über das Gras, was eine traumhafte und melancholische Atmosphäre schafft. Das lyrische Ich weiß, dass hinter den Höhen ein Grund liegt, wo seine Liebste jetzt ruht. Es erwähnt einen Einsiedel, der sein Glöcklein zieht, aber die Liebste hört es nicht. Ihre Haare fallen ihr über das Gesicht, während sie schläft. Das Gedicht endet mit der Vorstellung, dass Gott die Liebste mit Mondschein bedeckt hat, damit sie von niemandem gestört wird. In diesem Zustand träumt sie von dem lyrischen Ich. Der Mondschein symbolisiert hier eine Art himmlischen Schutz und die Hoffnung, dass die Liebe auch im Tod weiterlebt. Das lyrische Ich findet Trost darin, dass seine Liebste in ihren Träumen an ihn denkt, auch wenn sie physisch nicht mehr anwesend ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Zieht der Einsiedel sein Glöcklein
- Bildsprache
- Es fallen ihr die Löcklein Übers ganze Gesicht
- Hyperbel
- Da träumt sie von mir
- Metapher
- Und die Nacht wandert leise
- Personifikation
- Und die Wolken, die reisen
- Symbolik
- Nacht, Wolken, wohin sie gehen