Die Nachtblume

Joseph von Eichendorff

1788

Nacht ist wie ein stilles Meer, Lust und Leid und Liebesklagen Kommen so verworren her In dem linden Wellenschlagen.

Wünsche wie die Wolken sind, Schiffen durch die stillen Räume, Wer erkennt im lauen Wind, Ob′s Gedanken oder Träume? -

Schließ ich nun auch Herz und Mund, Die so gern den Sternen klagen: Leise doch im Herzensgrund Bleibt das linde Wellenschlagen.

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Illustration zu Die Nachtblume

Interpretation

Das Gedicht "Die Nachtblume" von Joseph von Eichendorff beschreibt die Nacht als ein stilles Meer, in dem sich Wünsche, Gedanken und Träume wie Wolken bewegen. Die Nacht wird als ein Ort der Ruhe und des Geheimnisses dargestellt, in dem sich die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie verwischen. Im ersten Vers wird die Nacht als ein "still Meer" beschrieben, das eine friedliche und ruhige Atmosphäre ausstrahlt. Die Worte "Lust und Leid und Liebesklagen" deuten darauf hin, dass die Nacht ein Ort der Emotionen und Gefühle ist, an dem sich die Menschen ihren tiefsten Sehnsüchten und Ängsten hingeben können. Im zweiten Vers werden die Wünsche als Wolken dargestellt, die durch die "stillen Räume" schiffen. Die Frage, ob es sich um Gedanken oder Träume handelt, unterstreicht die Unsicherheit und das Rätselhafte der Nacht. Die Nacht wird als ein Ort der Ungewissheit und des Unbekannten dargestellt, an dem sich die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie verwischen. Im dritten Vers wird die Nacht als ein Ort der Stille und der Ruhe beschrieben, an dem sich die Menschen von ihren Sorgen und Ängsten befreien können. Die Worte "Leise doch im Herzensgrund" deuten darauf hin, dass die Nacht auch ein Ort der inneren Ruhe und des Friedens ist, an dem sich die Menschen mit sich selbst und ihren tiefsten Sehnsüchten auseinandersetzen können. Insgesamt vermittelt das Gedicht "Die Nachtblume" eine Atmosphäre der Ruhe, des Geheimnisses und der Ungewissheit. Die Nacht wird als ein Ort der Emotionen, der Wünsche und der Träume dargestellt, an dem sich die Menschen ihren tiefsten Sehnsüchten hingeben können.

Schlüsselwörter

wellenschlagen nacht stilles meer lust leid liebesklagen kommen

Wortwolke

Wortwolke zu Die Nachtblume

Stilmittel

Bildlichkeit
[das linde Wellenschlagen im lauen Wind]
Metapher
[Nacht ist wie ein stilles Meer Wünsche wie die Wolken sind]
Parallelismus
[Schließen ich nun auch Herz und Mund, Die so gern den Sternen klagen]
Personifikation
[Lust und Leid und Liebesklagen Kommen so verworren her]
Rhetorische Frage
[Wer erkennt im lauen Wind, Ob's Gedanken oder Träume?]
Symbolik
[Nacht Meer Wünsche Wolken Sterne]
Vergleich
[Nacht ist wie ein stilles Meer Wünsche wie die Wolken sind]