Die Nacht

Joseph von Eichendorff

1857

Wie schön, hier zu verträumen Die Nacht im stillen Wald, Wenn in den dunklen Bäumen Das alte Märchen hallt.

Die Berg im Mondesschimmes Wie in Gedanken stehn, Und durch verworrne Trümmer Die Quellen klagend gehn.

Denn müd ging auf den Matten Die Schönheit nun zur Ruh, Es deckt mit kühlen Schatten Die Nacht das Liebchen zu.

Das ist das irre Klagen In stiller Waldespracht, Die Nachtigallen schlagen Von ihr die ganze Nacht.

Die Stern gehn auf und nieder - Wann kommst du, Morgenwind, Und hebst die Schatten wieder Von dem verträumten Kind?

Schon rührt sichs in den Bäumen, Die Lerche weckt sie bald - So will ich treu verträumen Die Nacht im stillen Wald.

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Illustration zu Die Nacht

Interpretation

Das Gedicht "Die Nacht" von Joseph von Eichendorff beschreibt die Schönheit und Ruhe einer Nacht im Wald. Der Sprecher genießt es, in der Stille des Waldes zu verträumen und den alten Märchen zu lauschen, die in den dunklen Bäumen widerhallen. Die Berge stehen wie in Gedanken da, während die Quellen klagen und durch das verworrne Trümmer fließen. Die Schönheit der Natur wird als müde dargestellt, die sich nun zur Ruhe begibt. Die Nacht bedeckt die Geliebte mit kühlen Schatten, um sie zu beschützen. Das irre Klagen, das in der stillen Waldespracht zu hören ist, wird von den Nachtigallen die ganze Nacht hindurch ausgeschlagen. Das Gedicht endet mit der Hoffnung auf den Morgenwind, der die Schatten von dem verträumten Kind hebt. Schon regt sich etwas in den Bäumen, und die Lerche wird sie bald wecken. Der Sprecher möchte treu die Nacht im stillen Wald verträumen, bis der neue Tag anbricht.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Die Nacht im stillen Wald
Metapher
Schon rührt sichs in den Bäumen
Personifikation
Die Nachtigallen schlagen Von ihr die ganze Nacht