Die Mutter des Humors

Hanns von Gumppenberg

1866

Freund Humor - dich würdigt jedermann, Weil so ganz ins Wesen du gedrungen! Was kein Tor und auch kein Weiser kann: Dir ist′s wunderleicht gelungen.

Gegen alle Not bist du gefeit, Hast die klarsten Augen, feinsten Ohren - Du, den einst in unheilvoller Zeit Eine Sterbende geboren.

Feister Racker! hei, wie freust du dich, Und wie schmeckt dir all dein Erdenfutter - Hurrahoch! Die dir so wenig glich, Kanntest du ja nie: die Mutter.

Niemand denkt, was hart und blutend stritt, Daß dem Schmerzenskind kein Können fehle: Niemand, daß für dich den Tod erlitt Eine schwärmerische Seele.

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Illustration zu Die Mutter des Humors

Interpretation

Das Gedicht "Die Mutter des Humors" von Hanns von Gumppenberg ist eine Hommage an den Humor, der als eine Art Retterfigur dargestellt wird. Der Humor wird als ein Wesen beschrieben, das von jedem Menschen geschätzt wird, weil er tief in das Wesen der Dinge eindringt. Er ist in der Lage, das zu tun, was weder ein Narr noch ein Weiser kann, und das mit einer Leichtigkeit, die fast wunderbar ist. Der Humor wird als jemand dargestellt, der gegen alle Not gefeit ist und über die schärfsten Sinne verfügt. Er wurde in einer unheilvollen Zeit von einer sterbenden Frau geboren, was auf seine Widerstandsfähigkeit und seine Fähigkeit hinweist, in schwierigen Zeiten zu überleben und zu gedeihen. Der Humor wird als ein "feister Racker" beschrieben, der sich über das Leben freut und alles, was die Welt zu bieten hat, genießt. Er kennt seine Mutter nicht, die ihm so wenig glich, was auf die transformative Kraft des Humors hindeutet. Das Gedicht endet mit einer Reflexion über die Opfer, die für den Humor gebracht wurden. Niemand denkt daran, wie hart und blutig der Kampf war, um sicherzustellen, dass das "Schmerzenskind" des Humors keine Fähigkeiten vermissen lässt. Niemand erinnert sich daran, dass eine "schwärmerische Seele" für den Humor den Tod erlitt. Dies unterstreicht die oft übersehene Bedeutung und den Preis des Humors in unserer Gesellschaft.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Hyperbel
Was kein Tor und auch kein Weiser kann: Dir ist's wunderleicht gelungen
Metapher
Niemand, daß für dich den Tod erlitt Eine schwärmerische Seele
Personifikation
Du, den einst in unheilvoller Zeit Eine Sterbende geboren