Die Musik kommt
1883Klingkling, bumbum und tschingdada, zieht im Triumph der Perserschah? Und um die Ecke brausend bricht′s wie Tubaton des Weltgerichts, voran der Schellenträger. Brumbrum, das große Bombardon, der Beckenschlag, das Helikon, die Pikkolo, der Zinkenist, die Türkentrommel, der Flötist, und dann der Herre Hauptmann.
Der Hauptmann naht mit stolzem Sinn, die Schuppenketten unterm Kinn, die Schärpe schnürt den schlanken Leib, beim Zeus! das ist kein Zeitvertreib, und dann die Herren Leutnants.
Zwei Leutnants, rosenrot und braun, die Fahne schützen sie als Zaun, die Fahne kommt, den Hut nimm ab, der sind wir treu bis an das Grab! und dann die Grenadiere.
Der Grenadier im strammen Tritt, in Schritt und Tritt und Tritt und Schritt, das stampft und dröhnt und klappt und flirrt, Laternenglas und Fenster klirrt, und dann die kleinen Mädchen.
Die Mädchen alle, Kopf an Kopf, das Auge blau und blond der Zopf, aus Tür und Tor und Hof und Haus schaut Mine, Trine, Stine aus, vorbei ist die Musike.
Klingkling, tschingtsching und Paukenkrach, noch aus der Ferne tönt es schwach, ganz leise bumbumbumbum tsching; zog da ein bunter Schmetterling, tschingtsching, bum, um die Ecke?
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Interpretation
Das Gedicht "Die Musik kommt" von Detlev von Liliencron beschreibt den Einzug einer Musikkapelle in eine Stadt. Es beginnt mit den Geräuschen der Musik, die sich von Weitem nähern und immer lauter werden. Die verschiedenen Instrumente werden namentlich genannt, vom Schellenträger über das Bombardon bis hin zur Pikkolo. Der Autor beschreibt die Musik als triumphalen Einzug, der an den Einzug des Perserschahs erinnert. Im zweiten Teil des Gedichts werden die Mitglieder der Musikkapelle vorgestellt. Der Hauptmann wird als stolze und prächtige Figur beschrieben, gefolgt von den Leutnants, die die Fahne schützen. Die Grenadiere marschieren in perfektem Gleichschritt, wobei ihre Schritte stampfen und dröhnen. Die Musik wird als ein Spektakel dargestellt, das die Aufmerksamkeit aller auf sich zieht. Im letzten Teil des Gedichts werden die Zuschauer beschrieben. Die kleinen Mädchen schauen aus den Türen und Fenstern und bewundern die Musikkapelle. Die Musik wird als ein farbenfrohes und faszinierendes Ereignis dargestellt, das die Menschen in seinen Bann zieht. Das Gedicht endet mit den Geräuschen der Musik, die sich wieder in die Ferne verlieren und die Frage aufwerfen, ob es sich nur um einen bunten Schmetterling gehandelt hat.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- die Schuppenketten unterm Kinn
- Klangmalerei
- stampft und dröhnt und klappt und flirrt
- Metapher
- wie Tubaton des Weltgerichts
- Onomatopoesie
- brumbrum, das große Bombardon
- Symbolik
- die Fahne schützen sie als Zaun