Die Marionetten
1929Wir lieben unsre schlanken Puppen sehr - Ihre weißen Gesichter sind einsam Über Leibern, fromm von Zerbrechlichkeit - Und spielen gern die seltsamen Verkettungen
Ihrer Arme, wenn sie sich lieben. Tragische Gebärde ist ihnen zuteil, Ihr dunkles Schicksal verstößt uns, Sie sind unter fremden Sternen.
Manchmal greift uns ihr Schweigen ans Herz. Dann springt - heiße Verwunderung! - Tönender Schrei unsrer Inbrunst Von ihrem entfalteten Mund.
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Interpretation
Das Gedicht "Die Marionetten" von Maria Luise Weissmann thematisiert die Beziehung zwischen Menschen und ihren Puppen. Die Puppen werden als schlank und zerbrechlich beschrieben, mit weißen, einsamen Gesichtern. Sie führen seltsame Verkettungen ihrer Arme aus, wenn sie sich lieben, was auf eine gewisse Tragik hindeutet. Ihr dunkles Schicksal unter fremden Sternen verstößt die Menschen, die sie lieben. Das Gedicht beschreibt auch die emotionale Wirkung, die die Puppen auf ihre Besitzer haben. Manchmal berührt ihr Schweigen das Herz der Menschen, und dann kommt es zu einer heißen Verwunderung, wenn ein tönender Schrei aus ihrem entfalteten Mund kommt. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Puppen trotz ihrer scheinbaren Leblosigkeit eine gewisse Lebendigkeit und Ausdruckskraft besitzen, die die Menschen überrascht und berührt. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine ambivalente Stimmung. Einerseits wird die Liebe und Zuneigung zu den Puppen deutlich, andererseits wird aber auch ihre Einsamkeit und ihr tragisches Schicksal betont. Die Puppen scheinen sowohl vertraut als auch fremd zu sein, und ihre Fähigkeit, Emotionen auszulösen, verleiht ihnen eine gewisse Menschlichkeit. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Natur der Beziehung zwischen Menschen und ihren Puppen an und lässt Raum für verschiedene Interpretationen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- von ihrem entfalteten Mund
- Personifikation
- Ihre weißen Gesichter sind einsam