Die Liebenden

Rainer Maria Rilke

1875

Sieh, wie sie zueinander erwachsen: in ihren Adern wird alles Geist. Ihre Gestalten beben wie Achsen, um die es heiß und hinreißend kreist. Dürstende, und sie bekommen zu trinken, Wache und sieh: sie bekommen zu sehn. Laß sie ineinander sinken, um einander zu überstehn.

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Interpretation

Das Gedicht "Die Liebenden" von Rainer Maria Rilke handelt von der tiefen Verbindung und Einheit zweier Liebender. Es beschreibt, wie sie sich einander annähern und zu einer geistigen Einheit verschmelzen. Die Liebenden werden als Achsen dargestellt, um die sich alles dreht und die von einer intensiven, leidenschaftlichen Energie erfüllt sind. Die Liebenden werden als "dürstende" Wesen beschrieben, die jedoch in ihrer Vereinigung genug zu trinken und zu sehen bekommen. Sie können sich in die Augen schauen und ihre Liebe vollkommen ausleben. Die letzte Zeile deutet an, dass sie sich ineinander sinken lassen, um gemeinsam die Herausforderungen des Lebens zu meistern und einander zu stützen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine romantische und erhabene Vorstellung von der Liebe. Die Liebenden werden als geistig erhabene, fast überirdische Wesen dargestellt, die in ihrer Vereinigung eine vollkommene Harmonie und Erfüllung finden. Die Sprache ist bildhaft und metaphorisch, was die Intensität und Tiefe der dargestellten Gefühle unterstreicht.

Schlüsselwörter

sieh bekommen zueinander erwachsen adern geist gestalten beben

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Stilmittel

Imperativ
Laß sie ineinander sinken
Metapher
um einander zu überstehn
Personifikation
Wache und sieh: sie bekommen zu sehn