Die Liebe, wenn sie neu,
braust wie ein junger Wein;
je mehr sie alt und klar,
je stiller wird sie sein.
Die Liebe, wenn sie neu…
Mehr zu diesem Gedicht
Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Kurze Interpretation des Gedichts
Das Gedicht „Die Liebe, wenn sie neu…“ von Angelus Silesius thematisiert in vier prägnanten Versen die Entwicklung der Liebe im Laufe der Zeit und vergleicht diese mit der Reifung eines Weines. Es ist ein schlichtes, aber tiefgründiges Gedicht, das eine universelle Erfahrung in einem prägnanten Bild festhält. Die Kürze des Gedichts unterstreicht die Klarheit der Botschaft und die Einfachheit der zugrunde liegenden Wahrheit.
Der erste Teil des Gedichts, die ersten beiden Verse, beschreibt die Liebe in ihrer Anfangsphase. Die Metapher des „jungen Weins“, der „braust“, deutet auf die Aufregung, die Intensität und das ungestüme Wesen der anfänglichen Liebe hin. Die Liebe ist in dieser Phase lebhaft, stürmisch und voller Energie. Sie ist wie der junge Wein, der sprudelt und überschwänglich ist. Dies spiegelt die typischen Emotionen wider, die mit der Verliebtheit einhergehen: Begeisterung, Leidenschaft und eine gewisse Unbeständigkeit.
Der zweite Teil des Gedichts, die letzten beiden Verse, kontrastiert die Anfangsphase mit der reifen Liebe. „Je mehr sie alt und klar, / je stiller wird sie sein.“ Diese Zeilen beschreiben eine Transformation. Mit der Zeit, wenn die Liebe reift und „klar“ wird, wandelt sich ihre Natur. Die Stürme legen sich, die Leidenschaft beruhigt sich, und die Liebe findet zu einer tiefen, stillen Ruhe. Sie wird beständiger und tiefer, anstatt oberflächlich und flüchtig zu sein. Das „Klar“ im Wein symbolisiert die Klärung, die durch das Altern erfolgt, wodurch unerwünschte Elemente entfernt werden und die Essenz des Weines erhalten bleibt.
Insgesamt zeichnet das Gedicht ein Bild der Liebe, das über die anfängliche Leidenschaft hinausgeht und eine Entwicklung hin zu tieferer Reife und Ruhe impliziert. Es lehrt, dass die Liebe, wie der Wein, mit der Zeit an Wert gewinnt, ihre Stürme überwindet und eine stille, aber beständige Kraft entwickelt. Das Gedicht ist eine Aufforderung, die langfristige Natur der Liebe zu schätzen und die ruhige Tiefe zu würdigen, die sie mit der Zeit erlangt.
Weitere Informationen
Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.
Lizenz und Verwendung
Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.
