Die Liebe
1782Moliere Je trouve, que le Coeur est ce qu′il faut gagner.
Du, würdige Liebe! Verdienst es vor allen, Daß man dich besinget. Ihr größten der Dichter! Singt nicht mehr von Schlachten, Und blutigen Kriegen, Und mächtigen Helden. Lobt nicht mehr das Donnern Der Mörser und Stücke, Womit man die Felder Und Lüfte erschüttert. Ihr Helden, sucht Ehre, Da siegreich zu streiten, Wo mächtige Schönen, Mit feurigen Blicken, Und lächelnden Minen Die Herzen bekriegen! Erobert die Herzen Der sprödesten Schönen! Erreget da Liebe, Wo Unschuld und Jugend Die Herzen verhindert, Die zärtliche Liebe Zu wünschen, zu fühlen. Könnt ihr denn die Herzen Wie Schlachten gewinnen; So seyd ihr unsterblich: Eur Ruhm ist der größte. So singt denn, ihr Dichter, Von nichts als von Liebe! Ihr mächtigen Helden! Gebt Bogen und Pfeile Nur Amorn zu streiten. So seyd ihr verewigt!
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Interpretation
Das Gedicht "Die Liebe" von Johanna Charlotte Unzer ist ein Plädoyer für die Liebe als das höchste Gut und die würdigste Aufgabe der Dichter und Helden. Die Autorin fordert dazu auf, die traditionellen Themen von Schlachten, Kriegen und Heldentaten zugunsten der Liebe aufzugeben. Unzer preist die Liebe als etwas Würdiges, das besungen werden sollte. Sie ruft die Dichter dazu auf, nicht mehr von Schlachten und blutigen Kriegen zu singen, sondern die Liebe zu loben. Auch die Helden werden aufgefordert, ihre Aufmerksamkeit von erobernden Schlachten auf das Erobern von Herzen zu lenken. Die Autorin betont die Macht der Liebe, die Herzen zu erobern und zu verändern. Sie beschreibt die Schönen mit ihren feurigen Blicken und lächelnden Mienen als diejenigen, die die Herzen bekriegen. Die Helden sollen die Herzen der sprödesten Schönen erobern und dort Liebe entfachen, wo Unschuld und Jugend die zärtliche Liebe zu wünschen und zu fühlen verhindern. Unzer vergleicht das Erobern von Herzen mit dem Gewinnen von Schlachten und stellt fest, dass die Helden, die dies schaffen, unsterblich sind und den größten Ruhm erlangen. Sie fordert die Dichter auf, nur noch von der Liebe zu singen und die Helden, ihre Waffen wie Bogen und Pfeile nur noch für Amor, den Gott der Liebe, einzusetzen. Auf diese Weise würden sie verewigt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Von nichts als von Liebe!
- Anapher
- Du, würdige Liebe! Verdienst es vor allen, Daß man dich besinget. Ihr größten der Dichter! Singt nicht mehr von Schlachten, Und blutigen Kriegen, Und mächtigen Helden.
- Hyperbel
- So seyd ihr unsterblich: Eur Ruhm ist der größte.
- Metapher
- Wo mächtige Schönen, Mit feurigen Blicken, Und lächelnden Minen Die Herzen bekriegen!
- Personifikation
- Wo Unschuld und Jugend Die Herzen verhindert, Die zärtliche Liebe Zu wünschen, zu fühlen.