Die Liebe

Gotthold Ephraim Lessing

1746

Ohne Liebe Lebe, wer da kann. Wenn er auch ein Mensch schon bliebe, Bleibt er doch kein Mann.

Süße Liebe, Mach′ mein Leben süß! Stille nie die regen Triebe Sonder Hindernis.

Schmachten lassen Sei der Schönen Pflicht! Nur uns ewig schmachten lassen, Dieses sei sie nicht.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Die Liebe

Interpretation

Das Gedicht "Die Liebe" von Gotthold Ephraim Lessing thematisiert die Bedeutung der Liebe im Leben eines Menschen. In den ersten beiden Strophen wird die Liebe als etwas Positives und Erstrebenswertes dargestellt. Ohne Liebe, so die Aussage, bleibt ein Mensch nur ein "Mensch", aber kein "Mann". Die Liebe wird als etwas Süßes und Begehrtes beschrieben, das das Leben bereichert und die Triebe in Bewegung hält. In der dritten Strophe wendet sich die Perspektive. Hier wird die Liebe als etwas Schmerzhaftes und Quälendes dargestellt. Die "Schmachten" und das "Ewig-Schmachten-Lassen" werden als Pflicht der Schönen beschrieben, jedoch mit dem Zusatz "Dieses sei sie nicht". Dies deutet darauf hin, dass die Liebe auch ihre Schattenseiten hat und dass man nicht ewig in ihr schmachten sollte. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine ambivalente Sicht auf die Liebe. Einerseits wird sie als etwas Schönes und Erstrebenswertes dargestellt, das das Leben bereichert. Andererseits wird auch ihre schmerzhafte Seite thematisiert, die zu Leiden und Schmachten führen kann. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die vielschichtige Natur der Liebe an.

Schlüsselwörter

liebe schmachten lassen lebe kann mensch bliebe bleibt

Wortwolke

Wortwolke zu Die Liebe

Stilmittel

Anapher
Ohne Liebe Lebe, wer da kann.
Apostrophe
Süße Liebe, Mach′ mein Leben süß!
Kontrast
Wenn er auch ein Mensch schon bliebe, Bleibt er doch kein Mann.
Metapher
Stille nie die regen Triebe