Die Lieb ein Traum

Ludwig Anzengruber

1870

Tief im Walde sitzen zwei, Leis′ umrauschet von den Bäumen, Und es sprudelt hell der Quell Und sie flüstern, kosen, träumen.

Weh′, du süßer Liebestraum, Wenn wir dein erwachen, Wie es auch geschäh′ – o weh – Ob mit Weinen oder Lachen!

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Illustration zu Die Lieb ein Traum

Interpretation

Das Gedicht "Die Lieb ein Traum" von Ludwig Anzengruber beschreibt eine romantische Szene im Wald, in der sich zwei Liebende in einem idyllischen und traumhaften Zustand befinden. Die Atmosphäre ist von einer sanften, beruhigenden Natur umgeben, die durch das leise Rauschen der Bäume und das Plätschern eines Baches unterstrichen wird. Die Liebenden sind in einem Zustand des Flüsterns, Kosen und Träumens, was die Intimität und die tiefe Verbundenheit zwischen ihnen verdeutlicht. Die zweite Strophe führt jedoch eine melancholische und nachdenkliche Note ein. Der "süße Liebestraum" wird als etwas Vergängliches dargestellt, das unweigerlich enden wird. Das Erwachen aus diesem Traum wird als schmerzhaft empfunden, unabhängig davon, ob es mit Tränen oder Lachen einhergeht. Dies deutet auf die Vergänglichkeit der Liebe und die damit verbundenen emotionalen Höhen und Tiefen hin. Insgesamt vermittelt das Gedicht die Schönheit und Zerbrechlichkeit der Liebe, die wie ein Traum erscheint, aber auch die Traurigkeit, die mit dem Erwachen aus diesem Traum einhergeht. Anzengruber nutzt die Natur als Spiegelbild der inneren Gefühle der Liebenden und schafft so eine tiefgründige und emotionale Atmosphäre, die den Leser zum Nachdenken über die Natur der Liebe und ihre vergängliche Schönheit anregt.

Schlüsselwörter

weh tief walde sitzen zwei leis umrauschet bäumen

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
kosen, träumen
Enjambement
Und es sprudelt hell der Quell Und sie flüstern, kosen, träumen.
Metapher
Weh′, du süßer Liebestraum
Personifikation
Leis′ umrauschet von den Bäumen