Die Lehre
1813Mutter zum Bienelein: “Hüt dich vor Kerzenschein!” Doch was die Mutter spricht, Bienelein achtet nicht; Schwirret ums Licht herum, Schwirret mit Sum-sum-sum, Hört nicht die Mutter schrein: “Bienelein! Bienelein!”
Junges Blut, tolles Blut, Treibt in die Flammenglut, Treibt in die Flamm hinein, - “Bienelein! Bienelein!”
’s flackert nun lichterrot, Flamme gab Flammentod; - Hüt dich vor Mägdelein, Söhnelein! Söhnelein!
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Interpretation
Das Gedicht "Die Lehre" von Heinrich Heine erzählt eine warnende Geschichte über die Gefahren der Unachtsamkeit und die Konsequenzen, die das Ignorieren von Warnungen haben kann. Es verwendet das Bild eines Bienchens, das trotz der Warnung seiner Mutter vor dem Kerzenschein nicht auf sie hört und schließlich in die Flamme fliegt. Das Gedicht verdeutlicht die menschliche Neigung, Warnungen zu ignorieren und sich von der Anziehungskraft des Verbotenen leiten zu lassen. Die wiederholten Rufe der Mutter "Bienelein! Bienelein!" symbolisieren die elterliche Sorge und die vergeblichen Versuche, das Kind vor Gefahren zu schützen. Die Unachtsamkeit des Bienchens und sein "Sum-sum-sum" um das Licht herum repräsentieren die jugendliche Unvernunft und den Drang, Grenzen zu überschreiten. Das "junge Blut, tolles Blut" treibt das Bienchen in die "Flammenglut", was die zerstörerische Kraft der Ignoranz und des Leichtsinns verdeutlicht. Im letzten Vers des Gedichts wird die Lehre aus der Geschichte gezogen und auf die menschliche Erfahrung übertragen. Die Warnung "Hüt dich vor Mägdelein, Söhnelein!" deutet darauf hin, dass die Gefahr nicht nur in der physischen Flamme liegt, sondern auch in der Anziehungskraft des anderen Geschlechts. Das Gedicht schließt mit einer warnenden Botschaft an die Söhne, die vor den Verlockungen der Liebe und der Leidenschaft gewarnt werden, die genauso verheerend sein können wie die Flamme für das Bienchen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Bienelein! Bienelein!
- Metapher
- Junges Blut, tolles Blut
- Onomatopoesie
- Sum-sum-sum
- Personifikation
- Mutter zum Bienelein
- Reimschema
- AABB